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Trisomie 21

Letzte Aktualisierung: 3.6.2020

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Bei der Trisomie 21 handelt es sich um die häufigste autosomale Chromosomenaberration des Menschen. Die Inzidenz liegt bei etwa 1:600 Lebendgeborenen. Das Risiko für eine Trisomie 21 beim Kind steigt mit dem Alter der Mutter bei Konzeption. Klinisch geht die Trisomie 21 zumeist mit Intelligenzminderung und einem typischen morphologischen Erscheinungsbild einher. Hierzu zählen: Typische Fazies mit flachem Gesicht, Brachycephalus, nach außen schräg ansteigenden Lidachsen, Epikanthus, kleine Mundhöhle mit oft offen stehendem Mund und großer, meist vorstehender Zunge, sowie Kleinwuchs und muskuläre Hypotonie. Hände und Füße sind auffällig klein, die Finger kurz und oft zeigt sich eine 4-Finger- und Sandalenfurche an Hand und Fuß. Die Trisomie 21 ist sehr häufig mit Herzfehlern und oft mit Stenosen und Atresien des Magen-Darm-Trakts assoziiert. Zudem bestehen eine erhöhte Infektanfälligkeit und ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Leukämie. Die Trisomie 21 kann pränatal diagnostiziert werden. Eine frühe, gezielte Förderung ist für eine gute Eingliederung in die Gesellschaft essentiell.

Alter der Mutter Inzidenz der freien Trisomie 21
20 Jahre 1:1500
40 Jahre 1:100
45 Jahre 1:30
50 Jahre 1:6

Das Risiko für eine freie Trisomie 21 steigt mit dem Alter der Mutter an – dies gilt jedoch nicht für die Translokationstrisomie!

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Freie Trisomie 21 (ca. 95%)

Translokationstrisomie 21 (ca. 4%)

  • Definition: Die Erbinformationen des Chromosoms Nummer 21 sind 3-fach vorhanden, jedoch einmal an ein anderes Chromosom (meist Chromosom 14) angelagert
  • Häufigkeit: Nicht vom Alter der Mutter abhängig, familiär gehäuft (kann aber auch als Neumutation auftreten)
  • Pathogenese
  • Wahrscheinlichkeiten eines Kindes eine Trisomie zu tragen, wenn die Mutter Trägerin einer balancierten Translokation ist
    • Theoretische Wahrscheinlichkeit: 25% bzw. 33%
    • Empirische Wahrscheinlichkeit: 10–15% (wenn der Vater Träger ist, nur 1–2%)

Sonderform (ca. 1%)

  • Mosaik-Trisomie: Die Mosaik-Trisomie entsteht durch Non-Disjunction in der Mitose; neben einer Trisomie-21-Zelllinie besteht eine normale Zelllinie → : 46,XX/47,XX,+21 bzw. : 46,XY/47,XY,+21
  • Je nach Zeitpunkt der fehlerhaften Mitose besteht ein variabler Anteil an Trisomie-tragenden und nicht-tragenden Zellen
    • Die phänotypische Ausprägung kann dementsprechend unterschiedlich ausfallen

Merkmale an Gesicht und Kopf (kraniofaziale Dysmorphie)

Merkmale der Extremitäten, des Weichteilgewebes und des Skeletts

  • Extremitäten
  • Weichteile: Bindegewebsinsuffizienz (z.B. Nabel- und Leistenbrüche) → Starke Überstreckung der Gelenke möglich
  • Weitere: Ausladende Darmbeinschaufeln, Rippenanomalien, Verkürzung der langen Röhrenknochen

Organfehlbildungen

Körpergröße und Entwicklung

  • Motorik
    • Verzögerte motorische Entwicklung
    • Muskelhypotonie
  • Körpergröße: Kleinwuchs (Körpergröße im Erwachsenenalter durchschnittlich 150 cm)
  • Intelligenz: Unterschiedliche Ausprägung der geistigen Retardierung (IQ im Mittel 50)

Die Ätiologie der Trisomie 21 hat – mit Ausnahme der Mosaik-Trisomie – keinen Einfluss auf die Systematik der klinischen Symptome und den Krankheitsverlauf!

In der Pränataldiagnostik zur Früherkennung

Postnatale Diagnostik

Typische Merkmale/Stigmata und Fehlbildungen (siehe Klinik) sind ein wichtiger Hinweis, reichen allein aber nicht für eine Diagnose aus!

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Behandlung des Symptomkomplexes und der Fehlbildungen
  • Frühe gezielte Förderung

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Trisomie 21

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Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Mayatepek: Pädiatrie. 1. Auflage Urban & Fischer 2007, ISBN: 3-437-43560-4 .
  2. Muntau: Intensivkurs Pädiatrie. 3. Auflage Urban & Fischer 2003, ISBN: 3-437-43390-3 .
  3. Speer, Gahr: Pädiatrie. 3. Auflage Springer 2009, ISBN: 978-3-540-69479-3 .
  4. Buselmaier, Tariverdian: Humangenetik. 3. Auflage Springer 2003, ISBN: 978-3-540-00873-6 .
  5. Schneider et al.: Geburtshilfe. Springer 2010, ISBN: 978-3-642-98004-6 .
  6. Barca et al.: Intellectual disability and epilepsy in down syndrome In: Maedica. Band: 9, Nummer: 4, 2014, p. 344-50.
  7. Dissertation - Sonographische Softmarker bei Trisomie 21. . Abgerufen am: 14. Mai 2020.