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Rosazea

Letzte Aktualisierung: 24.9.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Rosazea ist eine häufige, chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die überwiegend Erwachsene mittleren Alters betrifft. Zu den Symptomen gehören transiente oder persistierende Erytheme sowie Teleangiektasien, Papeln, Papulopusteln und Pusteln, insb. an Wange, Nase, Stirn und Kinn. Zudem können Talgdrüsenhyperplasien auftreten, die in schweren Fällen z.B. Nase und Kinn vergrößern (sog. Phymen). Hiervon sind überwiegend Männer betroffen. Eine häufige Komplikation stellt die Augenbeteiligung dar.

Auslösende Faktoren wie UV-Licht, Hitze, Kälte, Alkohol, scharfe Speisen und Stress sollten gemieden werden. Therapeutisch kommen sowohl topische Substanzen (z.B. Ivermectin, Metronidazol) als auch eine systemische Therapie (z.B. mit Tetracyclinen) in Betracht.

Epidemiologietoggle arrow icon

  • Inzidenz: 165/100.000 Einwohner:innen/Jahr [1]
  • Prävalenz: 2–3% [2]
  • Alter: Häufigkeitsgipfel zwischen 45 und 60 Jahren
  • Geschlechterverteilung: Unklar

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

  • Genetik [3]
    • Genetische Grundlage wahrscheinlich, jedoch bislang nicht eindeutig geklärt
    • Positive Familienanamnese erhöht Erkrankungswahrscheinlichkeit [4]
  • Triggerfaktoren
    • Hitze, Kälte
    • Scharf gewürzte Speisen, Alkohol, Koffein
    • UV-Strahlung
    • Psychischer und körperlicher Stress

Pathophysiologietoggle arrow icon

Die Pathophysiologie der Rosazea ist komplex und noch nicht hinreichend verstanden. In der Krankheitsentstehung spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. [3]

Symptomatiktoggle arrow icon

Symptome und diagnostische Kriterien der Rosazea [6]

Kriterien Symptome Alte Einteilung nach Subtypen
Diagnostische Kriterien
  • Persistierendes Erythem, das sich bei Exposition gegenüber Triggerfaktoren verschlechtert
  • Rosacea erythemato-teleangiectatica
  • Gesichtsphyme
    • Nase (Rhinophym)
    • Ohr (Otophym)
    • Kinn (Gnatophym)
    • Stirn (Metophym)
  • Rosacea phymatosa, glandulär hyperplastische Rosazea
Hauptkriterien
  • Rosazea-Diathese
  • Papeln
  • Papulopusteln
  • Pusteln
  • Rosacea papulopustulosa
  • Rosacea erythemato-teleangiectatica
Nebenkriterien
  • Brennen
  • Stechen
  • Trockenes Hautgefühl
  • Prädilektionsstellen
    • Insb. zentrofazial (Wangen/Nase > Stirn/Kinn)
    • Im Verlauf Übertritt auf Hals, Brust, Kopfhaut, retroaurikulär möglich

Komedonen treten bei der Rosazea – im Gegensatz zur Acne vulgaris – NICHT auf!

Verlaufs- und Sonderformentoggle arrow icon

Sonderformen der Rosazea [3]
Sonderform Klinisches Bild Bemerkung Therapie Differenzialdiagnosen
Rosacea conglobata
  • Große, einschmelzende Knoten und Plaques
  • Auftreten nur im Gesicht
Rosacea fulminans
  • Große Knoten und zahlreiche Pusteln
  • Keine Komedonen
  • Kein Krankheitsgefühl
  • Akute bis perakute Entstehung innerhalb von Tagen / wenigen Wochen
Lupoide Rosazea (granulomatöse Rosazea)
  • Disseminierte, bräunlich-rötliche Papeln und Knötchen
  • Insb. periorbital, perioral
  • Häufig therapieresistent
Medikamenteninduzierte Rosazea Steroidrosazea
Rosazea nach Gabe von EGFR-Inhibitoren
Gramnegative Rosazea
Morbus Morbihan
  • Therapierefraktär
Rosazea im Kindesalter
  • Ähnelt der Rosazea des Erwachsenen
  • Keine Ausbildung von Phymen
Extrafaziale Rosazea

Diagnostiktoggle arrow icon

Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Die Differenzialdiagnosen der Rosazea richten sich nach der führenden Symptomatik. [3]

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Demodikosetoggle arrow icon

  • Definition: Durch eine Besiedelung mit Demodexmilben ausgelöste, chronisch verlaufende Follikulitis
  • Klinisches Bild
    • Klassischerweise einseitiger Befall
    • Papeln, Pusteln sowie pityriasiforme Schuppung, z.T. Juckreiz, ggf. abszedierende Knoten
    • Insb. an Stirn, Wangen, Nase und nasolabial
  • Diagnose: Nachweis von Demodexmilben mittels Hornschichtabriss
  • Therapie

Therapietoggle arrow icon

Allgemeine Maßnahmen [3]

  • Triggerfaktoren meiden
    • UV-Exposition (schützende Kleidung tragen, UV-Filter verwenden)
    • Spezielle Nahrungsmittel (Alkohol, scharfe Speisen, Koffein, heiße Speisen/Getränke, biogene Amine)
    • Psychischen und körperlichen Stress
    • Stark reizende Seifen, Syndets, alkoholische Tinkturen, Peelings, Nassrasur
  • Basistherapie
    • Gesicht schonend reinigen mit lauwarmem Wasser und pH-neutralen, milden Syndets
    • Haut vorsichtig trocken tupfen
    • Hautpflege mit hydrophilen Produkten
    • Täglich Breitspektrum-Sonnenschutzprodukt mit hohem UV-A- und UV-B-Schutz anwenden

Topische Therapie [3]

Meist ist eine langfristige Therapie über mehrere Monate erforderlich. Zudem können Symptome nach Therapieende rezidivieren. Betroffene müssen entsprechend aufgeklärt werden!

Systemische Therapie [3]

Keine Kombination von oralen Retinoiden und Tetracyclinen, da die Entstehung eines Pseudotumor cerebri droht!

Aufgrund der starken Teratogenität muss vor der Therapie mit oralen Retinoiden eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden und eine sichere Kontrazeption gewährleistet sein!

Weitere Therapieoptionen [3]

Komplikationentoggle arrow icon

Okuläre Rosazea (Ophthalmorosazea) [3]

Alle von einer Rosazea Betroffenen müssen routinemäßig ophthalmologisch untersucht werden!

Orales Isotretinoin ist aufgrund seiner austrocknenden Eigenschaften nicht für die Therapie der Ophthalmorosazea geeignet!

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Patienteninformationentoggle arrow icon

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

  • L71.-: Rosazea
    • L71.1: Rhinophym
    • L71.8: Sonstige Rosazea
    • L71.9: Rosazea, nicht näher bezeichnet

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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