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Akute Bronchiolitis im Säuglingsalter

Letzte Aktualisierung: 10.3.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die akute Bronchiolitis ist eine virale Infektion der unteren Atemwege im Säuglingsalter, bei der insb. kleine Bronchien und Bronchiolen betroffen sind. Sie wird häufig durch RS- und Rhinoviren verursacht und geht i.d.R. mit Erkältungssymptomen wie leichtem Fieber, Halsschmerzen, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen einher. Auskultatorisch zeigt sich typischerweise ein endinspiratorisches Knisterrasseln. Die akute Bronchiolitis kann mit starker Dyspnoe fulminant verlaufen, sodass eine intensivmedizinische Behandlung mit Atemunterstützung erforderlich wird. Die STIKO empfiehlt mittlerweile für alle Neugeborenen und Säuglinge die RSV-Passivimpfung vor/während der 1. RSV-Saison.

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Definitiontoggle arrow icon

Im Säuglingsalter gibt es häufig Überschneidungen zwischen einer Bronchiolitis und einer obstruktiven Bronchitis, sodass eine klare Abgrenzung schwierig ist!

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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Inzidenz: Ca. 20–30% aller Kinder im 1. Lebensjahr [1]
  • Häufigkeitsgipfel: Säuglinge im Alter von 3–6 Monaten [2]
  • Hospitalisierungsrate: Ca. 2–3% [3]
  • Saisonalität: Vorkommen insb. im Winter in nicht-tropischen Gebieten der Nordhalbkugel mit Peak im Januar/Februar

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

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Pathophysiologietoggle arrow icon

Sowohl direkt zytopathische Effekte der Erreger als auch lokale und systemische (zelluläre) Immunreaktionen sind an der Pathogenese beteiligt . [1]

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Symptomatiktoggle arrow icon

Insb. im Anfangsstadium der Erkrankung sollte unbedingt ein Kontrolltermin vereinbart werden, falls das Kind nicht stationär aufgenommen wird, da Verlauf und Schweregrad noch nicht absehbar sind!

Im Säuglingsalter gibt es häufig Überschneidungen zwischen einer obstruktiven Bronchitis und einer Bronchiolitis, sodass eine klare Abgrenzung schwierig ist!

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Diagnostiktoggle arrow icon

Anamnese und Klinik sind vordergründig für die Diagnosestellung. [1]

Schweregrad der akuten Bronchiolitis [1]
Parameter Leicht Mittel Schwer
Atemfrequenz <40/min 40–70/min >70/min
saO2 bei Raumluft >92% 88–92% <88%
Sternale und/oder thorakale
Einziehungen
✓✓
Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme ✓✓
–: nicht vorhanden; ✓: vorhanden; ✓✓: ausgeprägt

Relevante bakterielle Sekundärinfektionen sind bei Kindern mit akuter Bronchiolitis sehr selten!

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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Therapietoggle arrow icon

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Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Prognosetoggle arrow icon

  • Mortalität: In ressourcenreichen Ländern nur gering [1][10][11]
  • Hyperreagibles Bronchialsystem: Erhöhtes Risiko für rezidivierende obstruktive Bronchitiden und Asthma bronchiale
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Exkurs: RSV-Infektiontoggle arrow icon

Epidemiologie [4][5][6]

  • Vorkommen: Weltweit
  • Bedeutung: Häufigster (nachgewiesener) Erreger unterer Atemwegsinfektionen bei Kindern <2 Jahren
    • >90%ige Durchseuchung bis zum Alter von 2 Jahren
  • Inzidenz [12]
    • Akute untere Atemwegsinfekte: ca. 90 pro 1.000 <1-Jährige pro Jahr
    • Hospitalisierungen aufgrund unterer Atemwegsinfekte : ca. 27 pro 1.000 Säuglinge <6 Monate pro Jahr
  • Letalität bei hospitalisierten Kleinkindern ≤2 Jahre [6]
  • Häufigkeitsgipfel: Kinder <2 Jahre und ältere Menschen [13]
  • Geschlecht

Ätiologie

  • Erreger: Respiratory-Syncytial-Virus (RS-Virus)
  • Reservoir: Mensch als einziges Reservoir
  • Pathogenese
    • Virusreplikation in den Epithelzellen der Atemwege → Reversible Epithelschädigung durch Bildung von Synzytien und Immunreaktion → Verlegung der Bronchien durch Zelldetritus, Abwehrzellen und Mukus → Nicht belüftete bzw. kompensatorisch überbelüftete Lungenareale
    • Verlauf selbstlimitierend; Regeneration der Epithelien i.d.R. innerhalb 4–8 Wochen
  • Infektionsweg: Hauptsächlich Tröpfcheninfektion
  • Virusausscheidung: Ab 1 Tag nach Ansteckung
    • Bei Personen ohne Grunderkrankung über 3–8 Tage
    • Bei Frühgeborenen und Immundefizienten ggf. über Wochen bis Monate
  • Immunität: Nein, Re-Infektion häufig
  • Risikofaktoren für einen schweren Verlauf einer RSV-Infektion[5][6][14]
    • Vorerkrankungen
    • Potenzielle Risikofaktoren
      • Männliches Geschlecht
      • Alter <6 Monate
      • Niedriges Geburtsgewicht
      • Unterernährung
      • Mehrlingsgeburt
      • Niedrige RSV-Antikörper im Nabelschnurblut
      • Geschwisterkinder im Kleinkindalter
      • Betreuung in Gemeinschaftseinrichtungen
      • Tabakrauchexposition
      • Niedriger Sozial- und Ausbildungsstatus der Eltern, enge häusliche Verhältnisse
      • Positive Familienanamnese für atopische Erkrankungen und/oder Asthma
      • Aufwachsen in Höhenlagen

Klinik

Therapie

Siehe: Akute Bronchiolitis - Therapie

Prävention

Siehe: Akute Bronchiolitis - Prävention

Meldepflicht

  • Labormeldepflicht nach § 7 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis [15]
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Präventiontoggle arrow icon

Allgemeine Präventionsmaßnahmen [14]

RSV-Prävention

Allgemeine RSV-Prävention bei Risikokindern (während der RSV-Saison)

RSV-Impfung

RSV-Aktivimpfung [16]

RSV-Passivimpfung [14][17]

Anwendung der RSV-Prophylaxe bei Risikofaktoren für einen schweren Verlauf
Indikation 1. RSV-Saison 2. RSV-Saison
Nirsevimab (1. Wahl) Palivizumab (2. Wahl) Nirsevimab (1. Wahl) Palivizumab (2. Wahl)
Allgemein (✓) (✓) (✓)
Frühgeburt Behandlung wegen BPD / chronischer Lungenerkrankung und O2-Bedarf/Beatmung in den letzten 6 Monaten +++
<35+0 SSW ++ (✓)
Herzerkrankung Mit hämodynamischer Relevanz +++ (✓) bzw. (✓)
Ohne hämodynamische Relevanz +
Chronische Lungenerkrankung + (✓)
Schwere Immundefizienz + (✓) (✓) (✓)

Syndromale/neuromuskuläre Erkrankung

+ (✓) (✓) (✓)
Legende: ✓ = Anwendung empfohlen; (✓) = Anwendung erwägen; — = nicht indiziert; +++ = höchste Priorität ; ++ = hohe Priorität ; + = mittlere Priorität
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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2025toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2025, BfArM.

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