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Epididymitis und Orchitis

Last updated: 12.4.2017

Abstract

Die Epididymitis (Nebenhodenentzündung) stellt ein häufiges Krankheitsbild dar, das häufig bei älteren Männern im Rahmen Restharn-bedingter Harnwegsinfekte auftritt. Bei jüngeren Männern sind eher sexuell übertragbare Erkrankungen als Auslöser typisch. Vor der Pubertät kann häufig kein Erreger nachgewiesen werden, weshalb man primär von einer postinfektiösen Genese ausgeht. Betroffene Patienten klagen meist über Schmerzen und eine zunehmende Schwellung des Skrotums. Diagnostisch führend ist die Klinik, wobei Differentialdiagnosen, insb. eine Hodentorsion, schnellstmöglich sonographisch auszuschließen sind. Therapeutisch steht die Sicherung adäquater Harnabflusswege, zum Beispiel durch einen suprapubischen Katheter, in Kombination mit einer prompten antibiotischen und antiphlogistischen Medikation im Vordergrund. Bei unklaren Befunden oder persistierender Entzündung können ein operatives Vorgehen und/oder eine stationäre Behandlung indiziert sein.

Die Orchitis (Hodenentzündung) ist meist infektiös und am häufigsten durch das Mumpsvirus bedingt. Die Therapie entspricht der bei Epididymitis. Oft ist eine genaue Abgrenzung zwischen Hoden- und Nebenhodenentzündung klinisch unmöglich, weshalb die Orchitis hier nicht gesondert abgehandelt wird.

Definition

Epidemiologie

  • Inzidenz: Ca. 25–65 auf 10.000 erwachsene Männer/Jahr[1]

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Infektiöse Ursachen

Nicht-infektiöse Ursachen

Risikofaktoren für eine Epididymitis

  • Im Kindesalter: Anatomische Besonderheiten von Samenstrang oder Ureteren
  • Im Erwachsenenalter: Restharn, Prostatahypertrophie

Symptome/Klinik

Diagnostik

Differentialdiagnosen

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

Bei einer Infektion durch sexuell übertragbare Erreger ist an die Behandlung des Partners zu denken!

Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Prognose

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2021

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

Quellen

  1. Guidelines on Urologic Infections. Stand: 1. März 2015. Abgerufen am: 11. Januar 2017.
  2. S2k-Leitlinie Gonorrhoe bei Erwachsenen und Adoleszenten. Stand: 22. Januar 2014. Abgerufen am: 22. November 2016.
  3. S2k-Leitlinie Akutes Skrotum im Kindes- und Jugendalter. Stand: 1. August 2015. Abgerufen am: 16. Februar 2017.
  4. Urologie Online Lehrbuch. . Abgerufen am: 1. Januar 2012.
  5. Lasserre: Original-Prüfungsfragen mit Kommentar GK 2 (1. Staatsexamen), Anamneseerhebung und allgemeine Krankenuntersuchung. 1. Auflage Thieme 2002, ISBN: 978-3-131-12662-7 .
  6. Meier, John: Varikozele: Klinik und Therapie In: Journal für Urologie und Urogynäkologie. 2013, .
  7. Leitlinie Varikozele. Stand: 1. Januar 2008. Abgerufen am: 15. März 2017.
  8. S1-Leitlinie Leistenhernie, Hydrozele. Stand: 1. September 2014. Abgerufen am: 15. März 2017.
  9. S2k-Leitlinie Kalkulierte parenterale Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen – Update 2018. . Abgerufen am: 10. Januar 2018.