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Osteoporose

Letzte Aktualisierung: 10.8.2020

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Bei der Osteoporose kommt es durch einen Mangel an Knochenmasse zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Knochenbrüchen, was wiederum zu einer wesentlich erhöhten Morbidität und Mortalität im Alter beiträgt. Bei Frauen gehört zu den prädisponierenden Faktoren eine Verstärkung des physiologischen, altersbedingten Knochenschwunds durch den veränderten Hormonhaushalt nach der letzten Regelblutung. Weiterhin wird der Knochenmangel durch fehlende Belastung (z.B. Bettlägerigkeit oder träges Verhalten) oder die chronische Einnahme von Glucocorticoiden begünstigt oder verursacht.

Diagnostisch kommt eine Knochendichtemessung zum Einsatz, während pathologische Frakturen durch die übliche radiologische Bildgebung (Röntgen, Computertomographie) festgestellt werden. Als Prophylaxe kann die Einnahme von Calcium und Vitamin D helfen, wobei vermehrte körperliche Bewegung dem Aufbau von Knochenmasse dient. Zur Therapie der manifesten Osteoporose sind Bisphosphonate Mittel der Wahl, die durch Hemmung der Knochensubstanz-abbauenden Zellen (Osteoklasten) die Rate an Frakturen signifikant mindern.

Von der Osteoporose ist die Osteomalazie abzugrenzen, die durch eine verminderte Mineralisation der Knochen gekennzeichnet ist.

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Die Cushing-Schwelle bei einer Dauertherapie mit Glucocorticoiden beträgt 7,5 mg Prednisolonäquivalent/Tag!

  • High-turnover-Osteoporose: Gesteigerter Knochenabbau führt zum Verlust von Knochensubstanz
  • Low-turnover-Osteoporose: Verringerter Knochenstoffwechsel führt zum Verlust von Knochensubstanz

Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Zeitpunkt der Menopause, Bewegung, Medikamentenanamnese (z.B. Glucocorticoide)
  • Verlust der Körperhöhe → Regelmäßiges Messen
  • Tannenbaumphänomen: Charakteristische Hautfalten des Rückens, die durch die Abnahme der Körperhöhe entstehen

Laboruntersuchungen [1]

Apparative Diagnostik

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Osteoporose- und Frakturprophylaxe

Ohne körperliche Bewegung ist die Einnahme von Calcium und Vitamin D3 nutzlos!

Medikamentöse Therapie

Bisphosphonate sollten morgens und mindestens 30 Minuten vor dem Essen (Verhindern der Komplexbildung mit Calcium) mit reichlich Leitungswasser in aufrechter Körperhaltung (Verhindern von Ösophagitis) eingenommen werden!

Nach osteoporosetypischen Frakturen soll bei älteren Patienten i.d.R. eine spezifische Osteoporosetherapie eingeleitet werden. (DGIM - Klug entscheiden in der Endokrinologie)

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In den Ergänzungen dieser Sektion können individuelle SOPs eingefügt werden. Diese Sektion ist über die AMBOSS-Suchfunktion mittels dem Begriff „SOP Osteoporose“ unmittelbar auffind- und ansteuerbar.

M80.-: Osteoporose mit pathologischer Fraktur

M81.-: Osteoporose ohne pathologische Fraktur

  • Exklusive: Osteoporose mit pathologischer Fraktur (M80.‑)
  • M81.0-: Postmenopausale Osteoporose [0–9]
  • M81.1-: Osteoporose nach Ovarektomie [0–9]
  • M81.2-: Inaktivitätsosteoporose [0–9]
    • Exklusive: Sudeck-Knochenatrophie (M89.0‑)
  • M81.3-: Osteoporose infolge Malabsorption nach chirurgischem Eingriff [0–9]
  • M81.4-: Arzneimittelinduzierte Osteoporose [0–9]
  • M81.5-: Idiopathische Osteoporose [0–9]
  • M81.6-: Lokalisierte Osteoporose [Lequesne] [0,5–7,9]
    • Transitorische Osteoporose
    • Exklusive: Sudeck-Knochenatrophie (M89.0‑)
  • M81.8-: Sonstige Osteoporose [0–9]
    • Senile Osteoporose
  • M81.9-: Osteoporose, nicht näher bezeichnet [0–9]

M82.-:* Osteoporose bei anderenorts klassifizierten Krankheiten

  • M82.0-:* Osteoporose bei Plasmozytom (C90.0-†) [0–9]
  • M82.1-:* Osteoporose bei endokrinen Störungen (E00–E34†) [0–9]
  • M82.8-:* Osteoporose bei sonstigen anderenorts klassifizierten Krankheiten [0–9]

Lokalisation der Muskel-Skelett-Beteiligung

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern. Stand: 26. Januar 2018. Abgerufen am: 23. Mai 2018.
  2. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  3. Furger, Suter: SURF-med Guidelines Medizin der Schweiz. 3. Auflage Editions D&F 2008, ISBN: 3-905-69910-9 .
  4. Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Männern ab dem 60. Lebensjahr und bei postmenopausalen Frauen. Stand: 13. November 2014. Abgerufen am: 6. November 2017.
  5. Bartl: Osteoporose. Thieme 2010, ISBN: 978-3-131-54944-0 .