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Acne vulgaris

Letzte Aktualisierung: 4.3.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Acne vulgaris gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen und betrifft in ihrer milden Verlaufsform zumindest kurzzeitig einen Großteil der Bevölkerung. Es existieren verschiedene, in ihrer Aggressivität unterschiedliche Verlaufsformen, die vom typischen Befallsmuster – mit dem Gesicht als charakteristische Lokalisation – abweichen können. Als primäre Effloreszenz treten sogenannte Komedonen (Mitesser) auf, die halbkugelförmig imponieren, auf Druck weißliches Sekret sezernieren und sich im Verlauf zu entzündlichen Papeln, Pusteln oder Abszessen und Knoten entwickeln können.

Die Symptomatik beginnt typischerweise in der frühen Pubertät und sistiert i.d.R. spontan spätestens im Verlauf des dritten Lebensjahrzehnts. Ätiologisch kommen neben einer genetischen Prädisposition weitere Faktoren wie bspw. eine Seborrhö, eine Hyperkeratose sowie das männliche Geschlecht in Betracht. Die Therapie setzt sich meist aus verschiedenen lokalen Wirkstoffen zusammen, die der Hyperkeratose entgegenwirken und eine Hautreinigung bewirken. Bei schwerem Verlauf können auch systemische, z.B. antibiotische oder der Verhornung entgegenwirkende Maßnahmen, notwendig werden.

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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Weltweit häufigste dermatologische Erkrankung
  • Prävalenz: Bei ca. 85% der 12- bis 24-Jährigen [1]
  • Geschlecht: >

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

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Symptomatiktoggle arrow icon

  • Lokalisation: Insb. seborrhoische Zonen von
  • Hauterscheinungen
    • Geschlossene Komedonen
    • Offene Komedonen
    • Entzündliche Papeln
    • Pusteln
    • Im Verlauf Abszesse, Zysten und Narben möglich

Stadieneinteilung [4]

  • Acne comedonica
    • Offene und geschlossene Komedonen
    • Meistens auf das Gesicht beschränkt
    • Leichte bis schwere Verlaufsformen möglich
  • Acne papulopustulosa
    • Entzündliche, erythematöse Papeln und Pusteln
    • Befall von Gesicht, Rücken und/oder Brust
    • Leichte bis schwere Verlaufsformen möglich
  • Acne conglobata
    • Starke Seborrhö, entzündliche Knoten und Abszesse mit narbiger Abheilung
    • Häufig Befall von Gesicht, Rücken und Brust
    • Immer schwere Verlaufsform

Häufig liegen typische Effloreszenzen der verschiedenen Stadien parallel vor!

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Verlaufs- und Sonderformentoggle arrow icon

Acne neonatorum („Neugeborenenakne“) [5][6][7]

Acne infantum [6][7]

Acne fulminans [9]

Acne excoriée des jeunes filles

  • Ätiologie
    • Eigentlich keine gesonderte Akne-Form
    • Entsteht durch chronische Manipulationen der Papeln bzw. heftiges Ausdrücken von Pusteln
    • Betroffene sind teilweise psychisch auffällig, selbstaggressiv
  • Auftreten: Insb. junge Frauen
  • Klinisches Bild: Erosionen, Krusten, Narben
  • Therapie

Acne inversa

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Diagnostiktoggle arrow icon

  • Klinische Diagnose
  • Ausschluss von Differenzialdiagnosen
  • Ggf. endokrinologische Tests
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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Akneassoziierte Syndrome

Folgende Krankheitsbilder können mit einer Akne einhergehen und sollten insb. bei persistierenden Verläufen als Differenzialdiagnose in Betracht gezogen werden:

SAPHO-Syndrom [4]

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Therapietoggle arrow icon

Basismaßnahmen

  • Täglich
    • Gründliche Reinigung mit pH-hautneutralen Tensiden: Entfernung von Schmutz und Zellrückständen
    • Hautpflege mit nicht-komedogenen Produkten
  • Wöchentlich: Peelings mit Glykolsäure (Fruchtsäure) oder Salicylsäure
  • Monatlich: Manuelle Aknetherapie durch geschulte kosmetische Fachkräfte

Therapieübersicht

Übersicht medikamentöser Therapieoptionen bei Acne vulgaris
Empfehlungsgrad Acne comedonica Leicht- bis mittelgradige Acne papulopustulosa Schwere Acne papulopustulosa, mittelgradige Acne papulopustulosa nodosa Schwere Acne papulopustulosa nodosa, Acne conglobata
Hoch
Mittel
1 Mit „plus“ verbundene Wirkstoffe sind als Fixkombination erhältlich.

Aufgrund der starken Teratogenität sind orale und topische Retinoide bei (geplanter) Schwangerschaft kontraindiziert!

Topische Aknetherapeutika

Auch topische Retinoide sollten möglichst mindestens einen Monat vor Schwangerschaftsbeginn abgesetzt werden.

  • Topisches Benzoylperoxid bei Akne
    • Wirkweise: Bedingt Oxidation und Entwicklung von freien Radikalen, vermindert Bakterienbesiedelung und Entzündungen
    • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Benzoylperoxid
    • Nebenwirkungen: Insb. Hautirritationen, Entstehung einer Kontaktallergie, Bleichwirkung
    • Dosierung (zugelassen ab 12 Jahren)
      • Benzoylperoxid-Gel
      • Benzoylperoxid-Waschgel
      • Auch in fixer Kombination mit Adapalen oder Clindamycin erhältlich (siehe dort)
  • Topische Azelainsäure bei Akne
    • Wirkweise: Anti-komedogen, hemmt Bakterienwachstum und Entzündungen
    • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Azelainsäure
    • Nebenwirkungen: Hautirritationen
    • Dosierung (zugelassen ab 12 Jahren)
  • Topische Antibiotika bei Akne

Um Resistenzen vorzubeugen sind topische Antibiotika in der Aknetherapie nur in Kombination mit topischen Retinoiden, Benzoylperoxid oder Azelainsäure empfohlen!

Systemische Aknetherapeutika

Systemische Antibiotikatherapie bei Akne

  • Indikationen
    • Mittelschwere bis schwere entzündliche Akne
    • Unzureichendes Ansprechen auf topische Therapie
    • Großflächiger Befall (insb. des Rückens)
  • Wirkweise: Eliminiert Propionibakterien, wirkt anti-inflammatorisch
  • Wirkstoffe

Systemische Therapie mit Isotretinoin bei Akne

Keine Kombination von oralen Retinoiden und Tetracyclinen, da die Entstehung eines Pseudotumor cerebri droht!

Aufgrund der starken Teratogenität muss vor der Therapie mit oralen und topischen Retinoiden eine Schwangerschaft ausgeschlossen und eine sichere Kontrazeption gewährleistet werden.

Systemische antiandrogene Medikamente bei Akne

  • Indikation: Nur in Kombination mit o.g. Therapien bei
    • Personen im gebärfähigen Alter, die eine Kontrazeption wünschen und
    • Mittelschweren/schweren Akneformen
  • Kontraindikationen: Insb. starke Einschränkungen der Leberfunktion, schwere Hypertonie, Thrombophilie, Z.n. tiefer Venenthrombose, Frauen vor der Menarche oder nach der Menopause, Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe
  • Zulassung: Ab der Menarche
  • Wirkstoffe

Bei Kinderwunsch sollten keine antiandrogenen Medikamente verwendet werden, da diese ovulationshemmend und kontrazeptiv wirken!

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Prognosetoggle arrow icon

  • Teilweise narbige Abheilung, bei Männern häufig schwerere Verläufe
  • Meist spontane Rückbildung nach der Pubertät
  • In ca. 10% der Fälle: Persistenz, häufiger bei Frauen
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Patienteninformationentoggle arrow icon

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2025toggle arrow icon

  • L70.-: Akne
    • Exklusive: Aknekeloid (L73.0)
    • L70.0: Acne vulgaris
    • L70.1: Acne conglobata
    • L70.2: Acne varioliformis
      • Acne necroticans miliaris
    • L70.3: Acne tropica
    • L70.4: Acne infantum
    • L70.5: Acné excoriée
      • Acné excoriée des jeunes filles
    • L70.8: Sonstige Akne
    • L70.9: Akne, nicht näher bezeichnet

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2025, BfArM.

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