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Handekzem

Letzte Aktualisierung: 24.9.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Das Handekzem ist eine häufige Hauterkrankung, die akut oder chronisch verlaufen kann. In den meisten Fällen ist ein irritatives Kontaktekzem ursächlich, aber auch Kontaktallergien können zugrunde liegen. Das Handekzem entsteht häufig auf dem Boden einer atopischen Dermatitis. Zudem sind besonders Personen gefährdet, die privat oder beruflich möglichen Auslösern ausgesetzt sind. Vor allem regelmäßige Feuchtarbeit schädigt die Hautbarriere und verstärkt somit das reizende Potenzial irritierender und allergener Substanzen.

Das klinische Bild reicht von nässenden Erythemen mit Bläschenbildung im akuten Stadium hin zu hyperkeratotischen und rhagadiformen Veränderungen bei chronischem Handekzem. Eine Identifikation und Vermeidung der Auslöser ist die Grundlage des Therapieerfolgs. Zusätzlich zur Basistherapie kommen hauptsächlich topische Glucocorticoide zum Einsatz, bei schwerwiegenden oder therapieresistenten Verläufen sind auch Systemtherapeutika wie z.B. Alitretinoin angezeigt.

Epidemiologietoggle arrow icon

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie und Pathophysiologietoggle arrow icon

Ursachen

Risikofaktoren

  • Vorerkrankungen
  • Exposition: Beruflicher oder privater Kontakt zu verbreiteten, hautirritierenden Substanzen (insb. Feuchtarbeit)
    • Berufsfelder mit erhöhtem Risiko
      • Friseurhandwerk
      • Gebäudereinigung
      • Heil- und Pflegeberufe (inkl. Zahntechnik)
      • Metallhandwerk
      • Bäckerhandwerk
      • Fleischverarbeitung
      • Floristik
      • Oberflächenbeschichtung
      • Maschinenführung
      • Bauhandwerk
  • Umweltfaktoren: Kälte, Trockenheit

Das Handekzem ist die häufigste berufsbedingte Hauterkrankung und kann zu Arbeitsunfähigkeit sowie Arbeitslosigkeit führen!

Symptomatiktoggle arrow icon

Besonderheiten der Ekzemformen

Prinzipiell präsentiert sich jedes Handekzem im Verlauf entsprechend der verschiedenen Ekzemstadien. Je nach Ätiologie oder Sonderform überwiegen jedoch bestimmte Hauterscheinungen.

Verlaufs- und Sonderformentoggle arrow icon

Diagnostiktoggle arrow icon

Die Identifizierung der Auslöser ist die wichtigste Maßnahme für den Therapieerfolg und die Sekundärprävention!

Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapietoggle arrow icon

Übersicht und Stufenschema

Stufentherapie des Handekzems und Empfehlungsgrad nach S2k-Leitlinie 2023 [2]
Maßnahmen Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Basistherapie
  • ↑↑
  • ↑↑
  • ↑↑
Supportive Therapie
  • Expertenkonsens
  • Expertenkonsens
  • Expertenkonsens
Topische Therapie
Topische Glucocorticoide
  • ↑↑
  • Klasse II
  • ↑↑
  • Klasse II–III
  • Kurzfristig Klasse IV
  • ↑↑
  • Klasse II–III
  • Kurzfristig Klasse IV
Tacrolimus 0,1% (Off-Label Use )
  • 0
  • 0
  • 0
Physikalische Therapie
Fototherapie
Systemische Therapie
Alitretinoin
  • ↑↑
  • ↑↑
Ciclosporin (Off-Label Use )
Glucocorticoide
  • 0
Azathioprin (Off-Label Use)
  • 0
Methotrexat (Off-Label Use)
  • 0
Acitretin (Off-Label Use)
  • 0
↑↑ = Soll eingesetzt werden ↑ = Sollte eingesetzt werden 0 = Kann eingesetzt werden

Expositionskarenz

Basistherapie

Supportive Therapie

  • Vesikulär: Synthetische Gerbstoffe
  • Nässend/superinfiziert: Austrocknende und desinfizierende Externa, z.B. Octenidin
  • Hyperkeratotisch
  • Lichenifiziert: Harnstoff und Polidocanol

Topische und physikalische Therapie

Systemische Therapie

Systemische Glucocorticoide sind aufgrund ihres ungünstigen Nebenwirkungsprofils nicht(!) zur Langzeittherapie geeignet!

Bei Anwendung von Ciclosporin ist auf einen wirksamen Sonnenschutz zu achten! Eine gleichzeitige Fototherapie ist kontraindiziert!

Keine Kombination von oralen Retinoiden und Tetracyclinen, da die Entstehung eines Pseudotumor cerebri droht!

Aufgrund der starken Teratogenität muss vor der Therapie mit oralen und topischen Retinoiden eine Schwangerschaft ausgeschlossen und eine sichere Kontrazeption gewährleistet werden!

Vorgehen bei V.a. Berufskrankheit [6]

  • Kriterien
    • Schweres bzw. mehrfach rezidivierendes Kontaktekzem
    • Berufsbedingt häufig Feuchtarbeit, Hautkontakt mit chemikalischen Irritanzien oder physikalische Einwirkungen
  • Vorgehen bei Verdacht: BK-Anzeige und Hautarztbericht erstatten (Erstbericht; siehe unter Tipps & Links)
  • Vorgehen nach Anerkennung bei Wiedervorstellungen: Hautarztbericht erstatten (Verlaufsbericht; siehe unter Tipps & Links)

Präventiontoggle arrow icon

  • Meidung irritierender Substanzen
    • Substitution bzw. Elimination
    • Technische Maßnahmen
    • Organisatorische Maßnahmen
  • Personenbezogene Maßnahmen
    • Schulungen für Beschäftigte in Risikoberufen
    • Schutzausrüstung, insb. Schutzhandschuhe
    • Hautpflege- und Hautschutzpräparate
    • Schonende Hautreinigung
      • Verwenden milder Syndets
      • Meiden mechanischer Reinigung (z.B. Bürsten)
      • In medizinischen und Pflegeberufen: Alkoholbasierte Desinfektionsmittel häufigem Händewaschen vorziehen

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

L20.-: Atopisches [endogenes] Ekzem

L23.-: Allergische Kontaktdermatitis

L24.-: Toxische Kontaktdermatitis

L25.-: Nicht näher bezeichnete Kontaktdermatitis

L30.0: Nummuläres Ekzem

  • L30.1: Dyshidrosis [Pompholyx]

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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