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Gonorrhö

Letzte Aktualisierung: 2.9.2019

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Gonorrhö (umgangssprachlich „Tripper“) wird durch Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae) ausgelöst und ist eine sexuell-übertragbare Erkrankung (STD). Nach einer Inkubationszeit von 2–7 Tagen kommt es beim Mann zu einer Harnröhrenentzündung (Urethritis) mit Juckreiz, eitrigem Ausfluss und Dysurie. Frauen hingegen können entweder asymptomatisch infiziert sein oder eine Vielzahl von lokalen Entzündungsreaktionen des Urogenitaltraktes bis hin zum akuten Abdomen entwickeln. Als Maximalversion gilt für beide Geschlechter die disseminierte Gonokokkeninfektion (DGI) mit hämorrhagischen Hautveränderungen, Sepsis und hämatogener Erregerstreuung. Therapie der Wahl bei der unkomplizierten Gonorrhö ist die kombinierte Einmalgabe von Ceftriaxon und Azithromycin.

  • Vorkommen: Weltweit häufige sexuell-übertragbare Erkrankung mit >100 Mio. Fällen pro Jahr
  • Alter: Hauptsächlich junge Menschen zwischen 15–25 Jahren

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Insb. bei Frauen ist ein asymptomatischer Verlauf der Gonorrhö möglich!

  • Abstrich: Mikroskopischer und kultureller Erregernachweis → Gramnegative Diplokokken

Therapie der unkomplizierten Gonorrhö [1]

Kalkulierte Therapie der aufsteigenden Infektion bei Gonorrhö (Obere Gonorrhö [1])

Therapie der disseminierten Gonokokkeninfektion [1]

Therapie der Gonorrhö in Schwangerschaft und Stillzeit [1]

Bei allen sexuell übertragbaren Erkrankungen müssen die Sexualpartner mitbehandelt werden, um einem Ping-Pong-Effekt vorzubeugen!

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Aufklärung über sexuell übertragbare Erkrankungen
  • Kondom zum Schutz vor urethraler, zervikaler und rektaler Infektion
  • Gonokokken-Screening für Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sinnvoll, aber bisher nicht vorgesehen [1]
  • Gonokokken-Screening bei Schwangeren mit erhöhtem Risiko für STI mittels zervikalem Abstrich empfohlen [2]
  • Bei Infektion
    • Keine weiteren Sexualkontakte bis Therapieende
    • Benachrichtigung vorheriger Geschlechtspartner
      • Männer
        • Mit gonorrhoischer Urethritis: Alle Geschlechtspartner der letzten 2 Wochen bzw. letzten Geschlechtspartner (bei letztem Geschlechtsverkehr vor mehr als 2 Wochen)
        • Mit anderen Manifestationen: Alle Geschlechtspartner der letzten 3 Monate
      • Frauen: Alle Geschlechtspartner der letzten 3 Monate
    • Bei Schwangeren: Erkennen und Behandeln einer genitalen Gonokokken-Infektion

Jeder Schwangeren sollte ein Gonokokken-Screening angeboten werden!

  • Keine bundesweite Meldepflicht mehr seit 2001
  • Labormeldepflicht nach IfSGMeldeVO (nur in Sachsen ): Nicht-namentliche Meldepflicht bei direktem Erregernachweis

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Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. S2k-Leitlinie Gonorrhoe bei Erwachsenen und Adoleszenten. Stand: 22. Januar 2014. Abgerufen am: 22. November 2016.
  2. Gonorrhö (Tripper), RKI-Ratgeber für Ärzte . Stand: 8. Mai 2013. Abgerufen am: 1. Februar 2017.
  3. Sterry, Paus: Checkliste Dermatologie. 5. Auflage Thieme 2004, ISBN: 3-136-97005-5 .
  4. Kaufmann et al.: Die Gynäkologie. Springer 2012, ISBN: 978-3-642-20922-2 .