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Alopezien

Letzte Aktualisierung: 9.6.2026

Praxisguide Allgemeinmedizin: Haarausfalltoggle arrow icon

Initiales Vorgehen

  • Anamnese
  • Inspektion
    • Haar: „Geheimratsecken“/Oberkopf (v.a. ), Ausdünnung im Scheitel-/Stirnbereich (v.a. ), herdförmige kahle Stellen vs. diffuse Ausdünnung
    • Kopfhaut: Entzündung, Schuppung, Narben

Warnzeichen

Wichtige Ursachen

Weiteres Prozedere

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Alopezie bezeichnet den Zustand der Haarlosigkeit, wohingegen der gesteigerte Haarausfall Effluvium genannt wird. Bei den Alopezien unterscheidet man die diffuse (erworbene oder angeborene) und die zirkumskripte (vernarbende oder nicht vernarbende) Form der Haarlosigkeit.

Definitionentoggle arrow icon

  • Alopezie : Zustand der Haarlosigkeit (Glatze)
  • Effluvium : Vorgang des Haarausfalls
  • Atrichie : Vererbte Haarlosigkeit
  • Hypotrichose : Angeborene spärliche Behaarung, oft im Rahmen von Syndromen (z.B. Netherton-Syndrom)

Diffuse Alopezientoggle arrow icon

Diffuse kongenitale Alopezien

Diffuse erworbene Alopezien

Zirkumskripte Alopezientoggle arrow icon

Nicht vernarbende, zirkumskripte Alopezien

  • Alopecia areata („Pelade“, kreisrunder Haarausfall)
    • Definition: Ein bis mehrere herdförmige, haarlose Bereiche mit geringer follikulärer Entzündung, meist reversibel
    • Epidemiologie
      • Familiäre Häufung in bis zu 20%
      • Insbesondere Kinder/junge Menschen
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    • Ätiologie
      • Entzündliche Alopezie mit autoimmuner Genese
      • Vermehrtes Auftreten in Phasen psychischer Belastung wird diskutiert
    • Klinisches Bild
    • Schweregrade
      • Grad 1: Einzelner Herd oder multiple Herde, <30% des Capillitiums
      • Grad 2: Multiple Herde > 30% des Capillitiums
      • Grad 3: Alopecia areata totalis: Alopezie des gesamten Capillitiums
      • Grad 4: Alopecia areata universalis: Maximalvariante mit vollständigem Ausfall aller Körperhaare inklusive Wimpern, Augenbrauen, Intimbehaarung
    • Diagnostik: Anamnese, Klinik, Histologie, Trichogramm
    • Therapie
    • Prognose: Variabel, in 20% bleibt die Alopezie, in 70% kommt es zu Rezidiven
    • Sonderformen
      • Alopecia areata diffusa: Großflächiger Haarausfall
      • Ophiasis: Sonderform der Alopecia areata mit teilweise großflächigem Haarverlust bei Verbleib der Scheitelhaare („Skalplocke“)
      • Loose-Anagen-Hair-Syndrom: Vorübergehender diffuser Haarausfall bei Kindern
  • Zirkumskripte, postinfektiöse Alopezie: Toxische Schädigung der Haarfollikel (bakteriell/viral/entzündlich) mit herdförmigem Haarausfall
  • Zirkumskripte, traumatische Alopezie: Veränderungen der Haarstruktur durch chronischen Druck (z.B. Haarschmuck, Haube) oder Zug (z.B. durch bestimmte Frisuren) am behaarten Kopf

Vernarbende zirkumskripte Alopezien

  • Alopezien bei angeborenen Krankheiten (z.B. Ichthyosen, Dyskeratosen)
  • Erworbene vernarbende zirkumskripte Alopezien (z.B. durch Viruserkrankungen, Mykosen, Verbrennungen, Verätzungen der Haut)
  • Spezifische Krankheitsbilder
    • Pseudopelade Brocq (Alopecia atrophicans)
      • Epidemiologie: Besonders Frauen zwischen 30 und 55 Jahren
      • Ätiologie: Unbekannt
      • Klinisches Bild
        • Unspezifische, unregelmäßig konfigurierte, haarlose und später vernarbende Areale
        • Asymptomatisch
      • Prognose: Haarausfall irreversibel, meist langsam fortschreitend

Alopezien bei chronischen und subakuten Krankheiten (chronische, diffuse nicht temporäre Alopezie)toggle arrow icon

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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