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Hämaturie

Letzte Aktualisierung: 8.11.2023

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Als Hämaturie wird eine pathologische Ausscheidung von Erythrozyten im Urin bezeichnet. Diese kann mit oder ohne eine sichtbare Verfärbung des Urins einhergehen (Makro- bzw. Mikrohämaturie). Ursächlich kommen eine Vielzahl vorwiegend urologischer und nephrologischer Pathologien in Betracht. Die Schwierigkeit besteht in der klinischen Praxis daher oftmals darin, (häufige) harmlose von (seltenen) schwerwiegenderen Erkrankungen zu differenzieren. Während eine Makrohämaturie in den meisten Fällen auf Erkrankungen der ableitenden Harnwege zurückzuführen ist (u.a. Harnwegsinfekte, Urolithiasis), müssen bei einer Mikrohämaturie eher auch nephrologische Differenzialdiagnosen (bspw. das akute nephritische Syndrom bei infektassoziierter Glomerulonephritis oder IgA-Nephropathie) bedacht werden.

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Definitiontoggle arrow icon

  • Hämaturie: Pathologische Ausscheidung von Erythrozyten im Urin (>5 Zellen/μL)
    • Mikrohämaturie: Ohne sichtbare Verfärbung des Urins (nur mittels Urinteststreifen oder Urinsediment nachweisbar)
    • Makrohämaturie: Mit sichtbarer Verfärbung des Urins (rot bis dunkelbraun) [1][2]
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Differentialdiagnosen bei Erythrozytennachweis im Urinteststreifentoggle arrow icon

Ist eine Hämaturie im Urinteststreifen nachweisbar, kommen folgende Ursachen in Betracht

Eine Hämaturie hat in den meisten Fällen benigne Ursachen – sie kann allerdings auch auf schwerwiegende Erkrankungen wie Urothelkarzinome oder renale Erkrankungen (bspw. IgA-Nephropathie) hinweisen!

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Vorgehen bei Hämaturietoggle arrow icon

Vorgehen bei Makrohämaturie [1][6]

Eine (echte) Makrohämaturie ist immer Hinweis auf eine Erkrankung und dringend abklärungsbedürftig! Im Zweifel sollte sowohl eine nephrologische als auch urologische Diagnostik erfolgen!

Vorgehen bei Mikrohämaturie [1][3][5]

Da einer Mikrohämaturie nur selten eine schwere Erkrankung zugrunde liegt, gilt es genau abzuwägen, wie umfangreich die Diagnostik sein sollte. Dabei spielen die individuellen Risikofaktoren der Person, aber auch die unmittelbare Verfügbarkeit diagnostischer Verfahren eine Rolle.

Eine Mikrohämaturie ist ein häufiger Befund, der immer abgeklärt werden sollte! Der Umfang der Abklärung richtet sich dann jedoch stark nach dem individuellen Risikoprofil – oftmals reicht bereits eine wenig aufwendige Diagnostik!

Insb. bei älteren, männlichen Patienten mit positiver Raucheranamnese sollte bei Hämaturie frühzeitig eine Überweisung in eine urologische Praxis erfolgen (erhöhtes Risiko für Urothelkarzinome)!

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Verlaufsform: Akutes nephritisches Syndromtoggle arrow icon

Das akute nephritische Syndrom ist eine seltene, aber potenziell gefährliche Verlaufsform einer Hämaturie und sollte insb. bei weiteren Symptomen wie Hypertonie und Nierenfunktionsverschlechterung bedacht werden.

Definition [3]

Um ein nephritisches Syndrom diagnostizieren zu können, ist neben einer körperlichen Untersuchung immer die Bestimmung der Retentionsparameter und eine Untersuchung des Urinsediments erforderlich!

Ätiologie [3][7]

Vollbild typischerweise assoziiert mit

Pathophysiologie

Siehe: Pathophysiologische Grundlagen nephrologischer Erkrankungen

Grundprinzipien der Diagnostik

Liegt ein akutes nephritisches Syndrom vor, sollten folgende Grundüberlegungen die weitere Diagnostik leiten

Das akute nephritische Syndrom ist keine eigenständige Erkrankung – Diagnostik und Therapie richten sich daher nach der (vermuteten) Differenzialdiagnose!

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