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Seltene hereditäre Syndrome

Letzte Aktualisierung: 26.3.2025

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Die hier aufgelisteten Syndrome beschreiben meist vererbbare Symptomkomplexe, die selten auftreten und häufig nur symptomatisch therapiert werden können. Beispiele sind das Cri-du-chat-Syndrom (mit charakteristischem Schreiverhalten beim Säugling) oder das X-chromosomal-rezessiv vererbte Martin-Bell-Syndrom, das nach der Trisomie 21 die häufigste Ursache für Intelligenzminderung darstellt.

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Martin-Bell-Syndrom (Fragiles-X-Syndrom, Marker-X-Syndrom)toggle arrow icon

  • Definition: Trinukleotid-Repeat-ErkrankungVeränderung des FMR1-Gens (FMR1 = „fragile X mental retardation 1“)
    • Durch Verlängerung der CGG-Tripletts kann das Genprodukt nicht mehr abgelesen werden
    • X-chromosomal vererbte Erkrankung
    • Penetranz: Abhängig von der Anzahl der Trinukleotid-Wiederholungen differiert die klinische Ausprägung des Syndroms stark
      • <200 Triplett-Wiederholungen
      • Eine Verlängerung des Repeats erfolgt in der Oogenese → Übergang von Prämutation zur manifesten Mutation (>200 Triplett-Wiederholungen) bei maternaler Übertragung möglich
  • Epidemiologie
  • Klinik
    • Unterschiedlich ausgeprägte Intelligenzminderung
    • Verzögerung der Sprachentwicklung, autistisches Verhalten
    • Hyperaktivität
    • Körpergröße und Kopfumfang liegen im oberen Normbereich
    • Phänotypische Besonderheiten, z.B. langes, schmales Gesicht, große Ohren, überstreckbare Gelenke
      • Bei männlichen Patienten: Große Hoden (können bereits vor der Pubertät vergrößert sein)
  • Diagnose
  • Therapie: Symptomatische Förderung
  • Prognose: In der Regel normale Lebenserwartung

Fragile X → X-tra large → Große Ohren, Testes, Gesicht

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Prader-Willi-Syndrom und Angelman-Syndromtoggle arrow icon

Prader-Willi-Syndrom [2][3][4][5]

Angelman-Syndrom

Auffallende Fröhlichkeit → Angel = Engel!

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Zellweger-Syndrom (zerebrohepatorenales Syndrom)toggle arrow icon

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Di-George-Syndromtoggle arrow icon

  • Definition: Mikrodeletionssyndrom, das auf eine Entwicklungsstörung der Kiemenbögen zurückzuführen ist und mit einer Thymusaplasie einhergeht
  • Epidemiologie:
  • Ätiologie
  • Klinik
    • Variabler Phänotyp
    • Die typischen Symptome lassen sich unter dem Akronym CATCH-22 zusammenfassen
      • Cardiac Anomalies = Herzfehler
      • Anomalous Face = Gesichtsdysmorphie
      • Thymusaplasie/Hypoplasie
      • Cleft Palate = Gaumenspalte
      • Hypocalcaemia = Hypokalzämie aufgrund eines Hypoparathyreoidismus
    • Weitere Symptome
      • Magen-Darm-Anomalien
      • Nierenfehlbildungen
      • Hörverlust
      • Zahnschmelzhypoplasie
      • Lernschwierigkeiten und psychiatrische Störungen
    • Betroffenes Chromosom : 22
  • Diagnostik
  • Therapie
  • Prognose: Abhängig vom Schweregrad und von der Ausprägung der Symptome zeigt sich für die Prognose eine hohe Variabilität, das Maß der kardialen Beeinträchtigung ist der wichtigste, prognostische Faktor

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Pierre-Robin-Sequenz (Pierre-Robin-Syndrom)toggle arrow icon

  • Definition: Fetale Fehlbildung des Mund-Kiefer-Gesichtsbereichs unterschiedlicher Genese
  • Klinik
  • Therapie
    • Bei schwach ausgeprägter Dyspnoe
    • Bei nicht beherrschbarer Dyspnoe
      • Operative Korrektur
        • Bei akut lebensbedrohlicher AtemnotTracheotomie
        • Spezialeingriffe zur langfristigen Korrektur
  • Prognose: Meist normale Lebenserwartung
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Cri-du-chat-Syndrom (Katzenschreisyndrom)toggle arrow icon

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Williams-Beuren-Syndromtoggle arrow icon

  • Epidemiologie: Häufigkeit zw. 1:20.000 und 1:50.000
  • Ätiologie: Mikrodeletion auf Chromosom 7
  • Klinik
  • Diagnostik
    • Typische Klinik
    • FISH: Nachweis der Mikrodeletion 7q11.23

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Rubinstein-Taybi-Syndromtoggle arrow icon

  • Prävalenz: 1:100.000–125.000 Neugeborene
  • Ätiologie
    • Mikrodeletionen der Chromosomenregion 16p13.3 oder 22q13.2
    • Mutationen im Gen für das CREB-bindende Protein (CREBBP, 16p13.3) oder für das E1A-bindende Protein (EP300, 22q13)
    • Fast immer sporadisch (meist als De-novo-Mutation)
    • Wiederholungsrisiko
      • Für Geschwister von Betroffenen niedrig
      • Für Kinder von Betroffenen ca. 50%
  • Pathogenese
  • Klinisches Bild
    • Faziale Charakteristika, die mit dem Alter zunehmen
      • Nach unten außen gerichtete Lidachsen
      • Lange Wimpern
      • Stark gebogene Augenbrauen
      • Gebogene Nase
      • Hoher, schmaler Gaumen
      • Mikrogenie
      • Fingernagelförmige Vertiefungen an der Rückseite der bleibenden Schneidezähne (sog. „talon cusps“)
    • Mikrozephalie
    • Verbreiterung von Daumen und Großzehen
    • Herzfehler (z.B. VSD, ASD, PDA)
    • Augenfehlbildungen (z.B. Verschluss des Ductus nasolacrimalis, angeborenes Glaukom, Refraktionsfehler)
    • Überstreckbare Gelenke
    • Postnatale Wachstumsretardierung
    • Im Säuglings- und Kindesalter häufig Atemwegsinfekte
    • Keloidneigung
    • Obstipationsneigung
    • Erhöhtes Adipositasrisiko
    • Intelligenzminderung
    • Im Erwachsenenalter häufig Stimmungsschwankungen und obsessiv-kompulsives Verhalten
  • Diagnostik
    • Diagnosestellung primär klinisch
    • Humangenetische Untersuchung: Zytogenetische/molekulare Veränderung nur in ca. 65% der Fälle nachweisbar
  • Differenzialdiagnosen
  • Management
    • Bei Kindern
      • Regelmäßige systematische Entwicklungsbeurteilung ab 3–4 Jahren
      • Frühförderung mit Schwerpunkt psychomotorische Entwicklung und Sprachtherapie
      • Alle 3 Jahre Untersuchung des Hör- und Sehvermögens
    • Bei Erwachsenen: Alle 5 Jahre Untersuchung des Hör- und Sehvermögens
    • Bei chirurgischen Eingriffen in Vollnarkose: Erfahrenes anästhesistisches Personal sinnvoll
  • Prognose: I.d.R. normale Lebenserwartung

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Smith-Lemli-Opitz-Syndromtoggle arrow icon

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Wiskott-Aldrich-Syndromtoggle arrow icon

WIPE → Wiskott-Aldrich, Infektionen, Purpura, Ekzem

  • Geschichte der Namensgebung [11][12]: Das Syndrom ist nach dem deutschen Pädiater Alfred Wiskott (1898–1978) und dem US-amerik. Pädiater Robert A. Aldrich (1917–1998) benannt. Wiskott war Professor für Kinderheilkunde an der Universität München sowie Direktor der Kinderklinik und Poliklinik der Universität im Dr. von Haunerschen Kinderspital. 1937 trat er der NSDAP bei. Neuere Untersuchungen legen den Verdacht nahe, dass Wiskott über die Kindertötungsanstalt Eglfing-Haar, wohin Kinder auch aus seiner Abteilung überwiesen wurden, Bescheid gewusst hat. In der oberbayerischen Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar wurden zwischen 1940 und 1945 mehr als 300 Kinder und Jugendliche mit Behinderung ermordet. Wiskott habe wohl eine Tötung von Kindern mit Behinderung in seiner Klinik abgelehnt, erklärte sich jedoch bereit, einen Kinderarzt einzustellen, der ein- bis zweimal wöchentlich nach Eglfing-Haar fuhr, um dort bei der Beurteilung und Tötung der Kinder zu helfen. In Ermangelung einer anderen Bezeichnung für die Erkrankung wird sie bis auf Weiteres unter der aktuellen Bezeichnung in AMBOSS verwendet.

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Pseudohypoparathyreoidismus (syn. Martin-Albright-Syndrom)toggle arrow icon

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Silver-Russell-Syndromtoggle arrow icon

  • Definition: Seltenes sporadisch auftretendes Syndrom des intrauterinen Kleinwuchses
  • Klinik
    • Körperlänge reduziert
    • Relative Makrozephalie
    • Charakteristische Gesichtsform: Unproportioniert dreieckig wirkendes Gesicht mit hoher Stirn, herabhängenden Mundwinkeln und spitzem Kinn
    • Klinodaktylie (Schiefstellung der Finger)
    • Normale bis leicht verminderte geistige Leistungsfähigkeit
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