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Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Letzte Aktualisierung: 23.1.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) liegt ein teilweiser (Stenose) oder kompletter Verschluss (Okklusion) peripherer Arterien vor, der zu einer verminderten arteriellen Durchblutung führt. Betroffen ist in den meisten Fällen die untere Extremität. Ursächlich ist zu etwa 95% eine Atherosklerose, deren wichtigste Risikofaktoren Rauchen, Diabetes mellitus und arterielle Hypertonie sind. Meist handelt es sich um chronische Prozesse, akute Arterienverschlüsse der Extremitäten sind vergleichsweise selten (siehe dazu: Akuter arterieller Extremitätenverschluss).

Diagnostisch wegweisend ist neben der körperlichen Untersuchung vor allem die farbkodierte Duplexsonografie sowie die Angiografie. Die pAVK wird klinisch in vier Stadien (nach Fontaine) eingeteilt. Therapeutisch wird ab Stadium I eine Modifizierung der Risikofaktoren, im Stadium II Gehtraining empfohlen. Im Stadium III und IV oder bei einem akuten Gefäßverschluss sollten interventionelle (z.B. Angioplastie mit Stent-Einlage) oder operative Therapien (z.B. Bypass-OP) durchgeführt werden.

Die in den meisten Fällen ursächliche Atherosklerose ist nicht heilbar, weshalb der prophylaktischen Minimierung von Risikofaktoren wesentliche Bedeutung zukommt. Damit kann auch das Risiko für das Auftreten eines akuten Koronarsyndroms und Schlaganfalls gesenkt werden.

Du möchtest diesen Artikel lieber hören als lesen? Wir haben ihn für dich im Rahmen unserer studentischen AMBOSS-Audio-Reihe vertont. Den Link findest du am Kapitelende in der Sektion „Tipps & Links“.

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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Prävalenz [1][2]
    • Allgemeinbevölkerung: 3–10%
    • Personen >70 Jahre: 15–20%

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

Ätiologie der chronischen pAVK

Ätiologie akuter arterieller Verschlüsse einer Extremität

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Klassifikationtoggle arrow icon

Befall der unteren Extremität

In über 90% der Fälle ist die untere Extremität von der pAVK betroffen.

Abhängig von Begleiterkrankungen bzw. Risikofaktoren zeigt die pAVK ein unterschiedliches Befallsmuster: Bei Rauchern manifestiert sie sich eher im Becken, bei Diabetikern an Unterschenkel und Akren. Aber Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Die Thrombangiitis obliterans, die vorwiegend junge Raucher betrifft, führt ebenso wie der Diabetes eher zu einem Befall der distalen und akralen Gefäße!

Befall der oberen Extremität

In weniger als 10% der Fälle betrifft die pAVK die obere Extremität.

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Symptomatiktoggle arrow icon

Die chronische pAVK verläuft in frühen Erkrankungsstadien häufig asymptomatisch. Ausmaß und Höhe der Symptomatik sind abhängig von Stenosegrad , Kollateralkreisläufen sowie der Lokalisation der Stenose.

Initiale Symptome

  • Claudicatio intermittens: Leitsymptom
    • Belastungsabhängige, krampfartige Ischämieschmerzen
    • Besserung durch Tieflagerung und Pausen
    • Häufig verbunden mit Schwäche- und Kältegefühl
    • „Walking-through-Syndrom“: Besserung der Beschwerden trotz weiterer Belastung

Lokalisation

Symptome bei kritischer Extremitätenischämie

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Stadientoggle arrow icon

Stadien der pAVK nach Fontaine

Stadien der pAVK nach Fontaine
Stadium I
  • Beschwerdefreiheit
Stadium II
  • Belastungsschmerz
    • IIa: Schmerzfreie Gehstrecke >200 m
    • IIb: Schmerzfreie Gehstrecke <200 m
Stadium III
Stadium IV

Stadien der pAVK nach Rutherford [2][3][4]

Stadien der pAVK nach Rutherford
Klinik Objektive Kriterien
Stadium 0
  • Beschwerdefreiheit
Stadium 1
  • Laufbandbelastung : 5 min möglich
  • Knöchelarteriendruck (aKD) nach Belastung: >50 mmHg, aber mind. 20 mmHg niedriger als Ruhewerte
Stadium 2
  • Zwischen Rutherford 1 und 3
Stadium 3
  • Laufbandbelastung : 5 min nicht möglich
  • Knöchelarteriendruck (aKD) nach Belastung: <50 mmHg
Stadium 4
  • Knöchelarteriendruck (aKD) in Ruhe: ≤40 mmHg
  • Arterieller Zehenverschlussdruck (aZD) in Ruhe: ≤30 mmHg
  • Großzehenoszillografie: Schwach pulsatil oder flach
Stadium 5
  • Knöchelarteriendruck (aKD) in Ruhe: ≤60 mmHg
  • Arterieller Zehenverschlussdruck (aZD) in Ruhe: ≤40 mmHg
  • Großzehenoszillografie: Schwach pulsatil oder flach
Stadium 6

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Diagnostiktoggle arrow icon

Anamnese und körperliche Untersuchung [2]

Die Befunde aus Anamnese, Inspektion, Auskultation und Palpation sollten immer zusammen beurteilt werden. Ein alleiniges Tasten der Pulse ist unzureichend und fehlerbehaftet! [2]

Bei der durch eine Mikroangiopathie ausgelösten pAVK (bspw. im Rahmen eines Diabetes mellitus) können die Fußpulse weiterhin tastbar sein!

Knöchel-Arm-Index (Syn.: Doppler-Verschlussdruckmessung, engl. „ankle-brachial-index“ (ABI))

Knöchel-Arm-Index

Interpretation
  • >0,9–1,2
  • Normwert
  • 0,75–0,9
  • Leichte pAVK
  • 0,5–0,75
  • Mittelschwere pAVK
  • <0,5
  • Schwere pAVK
  • >1,3
  • Kann auf eine Mediasklerose mit starrer Gefäßwand hinweisen
  • Variante: Erheben des Knöchel-Arm-Index 1 min nach Belastung
    • Zum Nachweis gut kollateralisierter Verschlüsse oder hämodynamisch grenzwertig relevanter Stenosen

Bei Diabetikern zeigen sich aufgrund einer Mönckeberg-Mediasklerose in 10–30% der Fälle falsch-hohe ABI-Werte! [2]

Ergänzende Untersuchungsmöglichkeiten bei nicht plausiblen ABI-Werten

  • Kontinuierliche und gepulste Doppler-Sonografie [5]
    • Definition: Doppler-Sonografische Untersuchung zur Analyse der Frequenz, zur Bestimmung von Strömungsgeschwindigkeitskurven und zur Berechnung des Pulsatilitätsindex
    • Interpretation
      • Hinweis auf hämodynamisch relevante Stenose: Abnahme der Amplitudenhöhe und Abnahme bzw. Entfallen des Rückflussanteils
      • Hinweis auf Mediasklerose: Abflachung der Doppler-Pulskurve (Verringerung der Pulsatilität) bei normwertigem ABI
  • Zehen-Arm-Index (engl. „toe-brachial-index“, TBI)
  • Oszillografie [6]
    • Prinzip: Messung von Volumenschwankungen der Extremitäten, die durch die arterielle Pulswelle verursacht werden
    • Pathologische Befunde
      • Seitendifferenz der Amplituden >30%
      • Amplitude vermindert sich bei Belastung und erholt sich erst nach mehreren Minuten
      • Morphologie der Pulskurve ändert sich → „Stenosepuls“ (abgerundeter und erniedrigter Gipfel, zudem Verlust der physiologischen zweigipfligen Nachwelle)
  • Lichtreflexionsrheografie (Photoplethysmografie): Messung des Füllungsstands der Arterien mittels Lichtabsorption
  • Transkutane Sauerstoffdruckmessung: Ergänzend zur Beurteilung des Amputationsrisikos

Belastungsuntersuchung

  • Quantifizierung der Gehstrecke
    • Mittels Laufbandergometrie oder einer definierten Strecke
      • Ist der Patient nicht in der Lage, zu laufen, kann alternativ die aktive Plantarflexion erfolgen [2]
    • Erfassen von schmerzfreier Gehstrecke, maximaler Gehstrecke, Gehzeit und ABI vor und nach Belastung
    • Dient der Diagnosesicherung und als Ausgangswert zur Beurteilung des Therapieverlaufs
      • Ein um 20% erniedrigter ABI-Wert nach Belastung gilt als beweisend für die Diagnose einer pAVK [2]
      • Weiteres zur Einordnung der Ergebnisse der Laufbandergometrie siehe: Stadien der pAVK nach Rutherford

Bildgebung

Farbkodierte Duplexsonografie (FKDS)

  • Ultraschalluntersuchung, die farblich die Richtung des Blutstroms in Bezug auf den Schallkopf, die Flussgeschwindigkeit des Blutes sowie Strömungsturbulenzen anzeigt
  • Stellenwert
    • Diagnostische Methode der ersten Wahl zur Beurteilung von Aorta, Ästen der Aorta, Beckenarterien, Beinarterien
    • Ist bei gut beurteilbarem Gefäßstatus als alleinige bildgebende Methode vor der konservativen Therapie oder vor der digitalen Subtraktionsangiografie (DSA) unter Interventionsbereitschaft (Ballondilatation, Stentimplantation) ausreichend [2]
    • Essenziell in der Therapieplanung vor invasiven Eingriffen

Weitere Bildgebung

Weitere bildgebende Untersuchungen sollen bei therapeutischer Konsequenz (insb. vor geplanter Operation), nicht ausreichend beurteilbarem Befund der FKDS oder nicht zur Verfügung stehender FKDS eingesetzt werden.

Zur Abklärung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) soll nicht primär eine Diagnostik mittels CT oder MRT durchgeführt werden. (DGIM - Klug entscheiden in der Angiologie)

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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Therapietoggle arrow icon

Überblick stadiengerechte Therapie

Fontaine-Stadium Konservativ Medikamentös Interventionelle und operative Revaskularisation
Nikotinverzicht Gehtraining Wundbehandlung RR- und BZ-Einstellung Statine ASS oder Clopidogrel Prostanoide (bspw. Prostaglandin E1 oder Iloprost) Systemische Antibiotikatherapie
Stadium I (✓)
Stadium II (✓)
Stadium III

(✓)

Stadium IV (✓) (✓)

Konservativ

Indikationsstellung nach Fontaine-Stadien

  • Alle Stadien: Nikotinverzicht
  • In Stadium I und II: Regelmäßiges Gehtraining [2]
  • Im Stadium IV: Strukturierte Wundbehandlung und Druckentlastung

Bei kritischer Extremitätenischämie ist ein Gehtraining kontraindiziert! [7]

Bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) im klinischen Stadium II n. F. („Schaufensterkrankheit“) soll, wenn immer möglich, ein strukturiertes Gehtraining durchgeführt werden. (DGIM - Klug entscheiden in der Angiologie)

Medikamentöse Therapie der pAVK

Indikationsstellung nach Fontaine-Stadien

Bei (gleichzeitiger) Indikation zur oralen Antikoagulation soll wegen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) eine zusätzliche Thrombozytenfunktionshemmung nicht erfolgen. (DGIM - Klug entscheiden in der Angiologie)

Interventionelle und operative Revaskularisation

Indikationsstellung nach Fontaine-Stadien

  • Ab Stadium III
    • Wenn möglich interventionelle Revaskularisation
    • Operative Revaskularisation: Insb. bei Femoralisgabelläsion
  • Stadium II: Relative Indikation
    • Interventionelle Revaskularisation bei
      • Erfolgloser konservativer und medikamentöser Therapie
      • Großer Beeinträchtigung der Lebensqualität, beruflicher Notwendigkeit, starkem Wunsch des Patienten oder wenn ein Gehtraining nicht möglich ist
      • Insbesondere bei proximalen Gefäßverschlüssen auch als primäre Therapieoption
    • Operative Revaskularisation bei
      • Großer Beeinträchtigung der Lebensqualität, beruflicher Notwendigkeit oder starkem Wunsch des Patienten und erfolgloser oder ungeeigneter interventioneller Revaskularisation
    • Verschlüsse der Unterschenkelarterien: Weder interventionelle noch chirurgische Eingriffe in Stadium II
  • Stadium I: In Einzelfällen
    • Interventionelle Revaskularisation: Kann bei Patienten mit hämodynamisch relevanten Stenosen oder Verschlüssen und einem erhöhten Risiko für Fußläsionen erwogen werden

Lokalisationsbezogene interventionelle und operative Therapie der pAVK

  • Aortoiliakale Läsion
    • Primär interventionelle Revaskularisation
    • Operative Revaskularisation
      • Bei erfolgloser interventioneller Revaskularisation
      • Bei langstreckigen Läsionen beider Beckenarterien
      • Wenn sie nach interkollegialer bzw. interdisziplinärer Beratung sinnvoller erscheint
  • Läsion der Femoralisgabel: Operative Revaskularisation
  • Femoropopliteale Läsion
    • Primär interventionelle Revaskularisation
    • Operative Revaskularisation bei
      • Erfolgloser interventioneller Revaskularisation
      • Langstreckigen Verschlüssen, vertretbarem OP-Risiko, Lebenserwartung >2 Jahre und geeigneter autologer Spendervene
  • Gelenküberschreitende Läsion
    • Primär operative Revaskularisation
    • Interventionelle Revaskularisation mit Stentimplantation: Nur bei drohendem Extremitätenverlust und fehlenden Therapiealternativen
  • Infrapopliteale Läsion
    • Primär interventionelle Revaskularisation
    • Operative Revaskularisation
      • Bei komplexen, langstreckigen Verschlüssen
      • Bei erfolgloser interventioneller Revaskularisation oder weiter bestehenden klinischen Symptomen
      • Kann ab Stadium III bei vertretbarem OP-Risiko und geeigneter autologer Spendervene vorrangig erwogen werden

Aufgrund der niedrigeren Morbidität, Mortalität und Invasivität sowie der geringeren Kosten sollen bei einer notwendigen Revaskularisation wenn möglich primär interventionelle Maßnahmen angestrebt werden. Bei Femoralisgabelläsionen eignen sich interventionelle Verfahren jedoch nicht!

Interventionelle Verfahren

Wahl des interventionellen Verfahrens je nach Lokalisation der Läsion

  • Aortoiliakale Läsion: Bevorzugt primäre Stentangioplastie (höhere Offenheitsraten im Verlauf) anstelle einer Ballonangioplastie mit sekundärer Stentimplantation
  • Femoropopliteale Läsion
    • Läsionen von mittlerer (6,4–7,5 cm) bis großer Länge (12–13 cm): Bevorzugt primäre Stentangioplastie mit Nitinol-Stents anstelle einer Ballonangioplastie mit sekundärer Stentimplantation
    • Läsionen von großer Länge (12–13 cm): Bevorzugt Implantation eines singulären Stents anstelle der Implantation mehrerer, sich überlappender Stents
    • Bei Indikation zur Ballonangioplastie: Verwendung Paclitaxel-beschichteter Ballons
  • Läsionen der A. poplitea: Primäre Ballonangioplastie
  • Infrapopliteale Läsionen
    • Primäre Ballonangioplastie
    • Sekundäre Stentimplantation bei nicht zufriedenstellendem Ergebnis in der Angiografie nach Ballonangioplastie

Operative Verfahren bei pAVK [10]

  • Thrombendarteriektomie peripherer Gefäße (TEA, Desobliteration) mit oder ohne Patchplastik
    • Offen
      • Eröffnung des Gefäßes in Längsrichtung → Ausschälen des eröffneten Abschnitts mittels Spatel → Absetzen des ausgeschälten Anteils mit einer Schere → Fixierung der in Richtung des Blutstroms liegenden Intima mit Nähten → Verschließen des Gefäßes, meist unter Verwendung einer Patchplastik
    • Halb geschlossen
      • Eröffnen des Gefäßes in Längsrichtung proximal und distal der Läsion → Ausschälen eines Zylinders mittels Spatel → Einfädeln des Zylinders in einen Ringstripper → Ausschälen des Gefäßabschnittes durch Vorschieben des Ringstrippers unter Rotation → Zurückziehen des Ringstrippers inkl. des ausgeschälten Anteils → Fixierung der in Richtung des Blutstroms liegenden Intima mit Nähten → Verschließen des Gefäßes, meist unter Verwendung einer Patchplastik
    • Geschlossen
      • Eröffnen des Gefäßes in Längsrichtung distal oder proximal der Läsion → Ausschälen eines Zylinders mittels Spatel → Einfädeln des Zylinders in einen Ringstripper → Bei distaler Eröffnung Vorschieben des Ringstrippers unter Rotation nach proximal (retrograd, entgegen des Blutflusses), bei proximaler Eröffnung nach distal (anterograd, in Richtung des Blutflusses) → Zurückziehen des Ringstrippers inkl. des ausgeschälten Anteils → Bei retrograder Desobliteration Fixierung der in Richtung des Blutflusses liegenden Intima an der distalen Eröffnung → Verschließen des Gefäßes, meist unter Verwendung einer Patchplastik
  • Interponat
  • Operative Gefäßrekonstruktion: Bypass-Operation (periphere Gefäße)
    • Prinzip
      • Überbrückung von Gefäßverschlüssen
      • Seit-zu-End-Naht proximal und End-zu-Seit-Naht distal des Verschlusses
      • Der verschlossene Gefäßabschnitt bleibt bestehen
    • Material
    • Lokalisation
      • Anatomischer Bypass: Der Bypass befindet sich entlang der „anatomisch korrekten“ arteriellen Leitungsbahn
        • Iliakofemoraler Bypass
        • Femoropoplitealer Bypass
        • Aortobifemoraler Bypass
      • Extraanatomischer Bypass: Der Bypass befindet sich nicht entlang der „anatomisch korrekten“ arteriellen Leitungsbahn
        • Axillobifemoraler Bypass
        • Femorofemoraler Crossover-Bypass
  • Ultima Ratio: Amputation der betroffenen Extremität

Wahl des operativen Verfahrens je nach Lokalisation der Läsion

  • Beidseitige aortoiliakale Läsion: Aortobifemorale Y-Prothese aus Dacron oder PTFE (Polytetrafluorethylen)
  • Läsion der Femoralisgabel: Thrombendarteriektomie mit Patchplastik
  • Distaler gelegene Läsionen und einseitige aortoiliakale Läsionen: Bypass-Anlage

Bei asymptomatischer peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) soll eine prophylaktische Gefäßrekonstruktion nicht erfolgen.

pAVK - Nachsorge

Prä-, peri- und postinterventionell

Prä-, peri- und postoperativ [2]

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AMBOSS-Pflegewissen: Periphere arterielle Verschlusskrankheittoggle arrow icon

Beobachten/Überwachen

  • Basismonitoring
    • Herzfrequenz: Insb. bei Erstuntersuchung jeweils an beiden Armen
    • Blutdruck: Insb. bei Erstuntersuchung jeweils an beiden Armen
    • Körpertemperatur: Insb. bei (V.a.) Infektionen
  • Haut: Veränderungen und Wunden, insb. kleinste Verletzungen
  • Schmerzen und Missempfindungen: In betroffenen Extremitäten häufig auch in Ruhe
  • An den betroffenen Extremitäten

Bei plötzlich auftretenden Symptomen wie neurologischen Ausfällen, starken Bauchschmerzen oder starken Schmerzen in den Beinen ist unverzüglich das ärztliche Personal zu informieren. Es kann ein akuter Verschluss einer Arterie vorliegen!

Mobilisation/Bewegung

  • Mobilisation
    • Stadium I und II: Gehtraining
    • Stadium III und IV: Gehtraining kontraindiziert
    • Schuhwerk: Nicht barfuß laufen lassen, auf gut sitzende Schuhe achten
  • Positionierung: Keine erhöhte Positionierung der betroffenen Extremität
    • In Ruhe tief oder flach positionieren
    • Vermeiden, dass Gefäße abgeknickt werden
    • Insb. Fersen/Zehen ohne Auflage positionieren
  • Ggf. eingeschränkte Bettruhe: Insb. bei Ulcus cruris arteriosum

Prophylaxen

  • Dekubitusprophylaxe: Durch konsequente (Um‑)Positionierung
    • Insb. betroffene Extremitäten ohne Druck bzw. ohne Aufliegen auf einer Unterlage positionieren
  • Kontrakturenprophylaxe: Insb. bei bettlägerigen Patient:innen
  • Thromboseprophylaxe: Keine Kompressionstherapie

Körperpflege

  • Haut- und Nagelpflege
    • An den Zustand der Haut angepasste Hautpflege: Keine durchblutungsfördernden Salben verwenden
    • Ggf. Wundversorgung: Insb. nach chirurgischen Interventionen, siehe auch AMBOSS-Pflegewissen: Ulcus cruris
    • Vermeiden von Wechselduschen bzw. Vollbädern mit >36 °C: Haut sollte nicht aufweichen
    • Nach dem Duschen/Baden: Haut immer gut abtrocknen
    • Professionelle Fußpflege: Um Verletzungen zu vermeiden
  • Kleidung
    • Wärmezufuhr: Ausreichend warme Kleidung, insb. warme Socken/Watteverbände an den Füßen
      • Patient:innen sollten jedoch nicht schwitzen
    • Keine einschnürende Kleidung: Insb. in Fuß-, Knie- und Beckenregion
      • Keine Gürtel verwenden
    • Schuhwerk: Ggf. spezielle lockere und gepolsterte, angepasste Schuhe notwendig
  • Keine lokalen Wärmeanwendungen: Aufgrund erhöhter Verbrennungsgefahr
  • Keine medizinischen Thrombosestrümpfe: Diese schränken die Durchblutung weiter ein

Beratung

  • Patienteninformation: Über die Erkrankung und den Verlauf aufklären
  • Regelmäßiges Gehtraining/Gefäßtraining empfehlen: Insb. im Stadium I und II
  • Lebensstilanpassung: Nikotinverzicht, Gewichtsreduktion, Blutdruck- und Blutzuckereinstellung

Siehe auch AMBOSS-Pflegewissen: Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

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Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Prognosetoggle arrow icon

Aufgrund des hohen Risikos für weitere kardiovaskuläre Ereignisse sollte bei Diagnose und Therapie einer pAVK stets auch die erhöhte Gefahr eines Myokardinfarkts oder eines Schlaganfalls berücksichtigt werden!

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Präventiontoggle arrow icon

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Fahreignung bei pAVKtoggle arrow icon

Symptomatik/klinische Situation Private Fahrer Berufskraftfahrer [11]
Ohne Ruheschmerz Keine Einschränkung Keine Einschränkung

Mit Ruheschmerz

Keine Fahreignung Keine Fahreignung

Post-interventionell

Fahreignung nach 24 h Fahreignung nach einer Woche

Post-operativ

Fahreignung nach einer Woche

Fahreignung nach vier Wochen
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Antithrombotische Therapie bei pAVK: Rivaroxaban plus ASS? (Mai 2020)

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Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Inhaltliches Feedback zu den Meditricks-Videos bitte über den zugehörigen Feedback-Button einreichen (dieser erscheint beim Öffnen der Meditricks).

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2025toggle arrow icon

  • I70.-: Atherosklerose
    • I70.2-: Atherosklerose der Extremitätenarterien
    • I70.20: Becken-Bein-Typ, ohne Beschwerden
      • Stadium I nach Fontaine
    • I70.21: Becken-Bein-Typ, mit belastungsinduziertem Ischämieschmerz, Gehstrecke 200 m und mehr
      • Stadium IIa nach Fontaine
    • I70.22: Becken-Bein-Typ, mit belastungsinduziertem Ischämieschmerz, Gehstrecke weniger als 200 m
      • Stadium IIb nach Fontaine
    • I70.23: Becken-Bein-Typ, mit Ruheschmerz
      • Stadium III nach Fontaine
    • I70.24: Becken-Bein-Typ, mit Ulzeration
      • Stadium IV nach Fontaine mit Ulzeration
      • Gewebedefekt begrenzt auf Haut [Kutis] und Unterhaut [Subkutis]
    • I70.25: Becken-Bein-Typ, mit Gangrän
      • Stadium IV nach Fontaine mit Gangrän
      • Trockene Gangrän, Stadium IVa nach Fontaine
      • Feuchte Gangrän, Stadium IVb nach Fontaine
    • I70.26: Schulter-Arm-Typ, alle Stadien
    • I70.29: Sonstige und nicht näher bezeichnete Atherosklerose der Extremitätenarterien
      • Periphere arterielle Verschlusskrankheit [pAVK] ohne Angabe eines Stadiums (nach Fontaine)
      • Periphere arterielle Verschlusskrankheit [pAVK] o.n.A.

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2025, BfArM.

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