Zusammenfassung
Hier finden sich relevante Informationen zu ausgewählten dermatologischen Erkrankungen. Die Themen sind nach ihrer Genese strukturiert.
Physikalisch und chemisch bedingte Hauterkrankungen
- Durch physikalische oder chemische Noxen bedingte Schäden [1]
- Anpassungsreaktionen (z.B. an mechanische Reize)
- Weitere ausgewählte physikalisch und chemisch bedingte Hauterkrankungen: Dekubitus, Erfrierungen, Kälteantikörper, Blitzschlag, Strommarken, Verbrennung, Intoxikation mit Kohlenstoffmonoxid oder -dioxid, Erythema ab igne
Kallus/Klavus
- Kallus = Hornhautschwiele durch mechanische Druckschädigung
- Klavus = Schmerzender, hyperkeratotischer Pfropf („Hühnerauge“) im Zentrum des Kallus
Lokalisierte Lipoatrophie
- Definition: Lokalisierte Rückbildung des subkutanen Fettgewebes
- Auftreten unter anderem nach Subkutaninjektion, aber auch druckinduziert und idiopathisch
Keratoma sulcatum (Keratolysis sulcata plantaris)
- Definition: Grübchenförmiger Hornhautdefekt der Fußsohle mit starkem Brennen
- Epidemiologie: Vor allem Sportler, Arbeiter oder Soldaten betroffen
Hereditäre Hauterkrankungen
- Genodermatosen [1]
- Fehlbildungen
- Weitere ausgewählte hereditäre Hauterkrankungen: Ichthyosen, neurokutane Syndrome, Naevus sebaceus, Becker-Nävus, kongenitale dermale Melanozytose, Klippel-Trénaunay-Syndrom
Angiokeratom
- Definition: Ektasie der oberen Dermisgefäße mit hyperkeratotischer Epidermis
- Angiokeratoma zirkumscriptum: Warzenartige, bläulich-schwarze Plaques meist an den Extremitäten
- Auflichtmikroskopie: Rötlich-tiefschwarze Areale mit scharfer Begrenzung
Naevus flammeus (Feuermal)
- Definition: Angeborene benigne Fehlbildung und Erweiterung der Kapillargefäße unterhalb der Epidermis
- Epidemiologie: Gehäuftes Auftreten bei bestimmten neurokutanen Syndromen
- Klinik: Umschriebene, rotlivide Färbung
- Prognose: Harmlos, ggf. kosmetische Behandlung
Funktionelle Angiopathien
- Chronische Zirkulationsstörungen [1]
- Weitere funktionelle Angiopathien mit Hauterscheinungen: Akrozyanose , Raynaud-Syndrom
Erythema ab igne (e calore)
- Definition: Netzartige Rötung der Haut mit Teleangiektasien
- Ätiologie: Chronische Wärmeanwendung (Rotlicht, Wärmflasche, Lagerfeuer)
- Verlauf: Bei Fortführung der Wärmeexposition → Pigmentatio reticularis e calore
- Marmorierte, bräunliche Hyperpigmentierung durch erhöhte Melaninproduktion
Livedo-Syndrome
Definition: Heterogene Gruppe vaskulärer Syndrome. Während der Livedo reticularis eine vegetative Dysregulation der Hautdurchblutung zugrunde liegt (funktionelle, harmlose Störung), ist die Livedo racemosa immer auf einen pathologischen Prozess zurückzuführen.
Livedo reticularis (Synonym: Cutis marmorata)
- Pathophysiologie: Äußere Einflüsse wie Kälte verlangsamen aufgrund einer vegetativen Dysregulation die Hautdurchblutung (= funktionelle Störung)
- Epidemiologie: Insb. junge Frauen betroffen
- Klinik: Symmetrische Livedo (regelmäßig, klein, kreisförmig) an den Extremitäten, evtl. auch am Stamm; durch Kältereize getriggert, regredient nach Wärmeapplikation
- Therapie: Wärme, Wechselbäder, Sauna
- Prognose: Besserung mit zunehmendem Alter
Livedo racemosa
- Pathophysiologie: Lokale Strömungshindernisse verlangsamen den Blutfluss (organische Störung = pathologischer Prozess)
- Ätiologie: Vaskuläre Erkrankungen (Cholesterinembolie, Arteriosklerose, Vaskulitis)
- Klinik: Unregelmäßige, bizarre Livedo (nicht regelmäßig und kreisförmig wie Livedo reticularis) an Extremitäten, evtl. auch am Stamm, auch nach Erwärmung der Haut persistierend
- Therapie: Abhängig von der Grunderkrankung
Eine Livedo racemosa ist nicht regredient nach Wärmeapplikation und als Warnsignal für eine vaskuläre Erkrankung zu werten! Eine Livedo reticularis bezeichnet dagegen eine harmlose Störung, die meist keiner weiteren Behandlung bedarf.
Tumoren der Haut
- Benigne und maligne Tumoren [1]
- Können von verschiedenem Gewebe der Dermis ausgehen: Bspw. Epithel, Hautadnexe, mesenchymales und neuronales Gewebe
- Hautveränderungen im Rahmen anderer onkologischer Erkrankungen: Bspw. Leukämien, kutane Paraneoplasien
- Weitere ausgewählte Tumoren der Haut: Malignes Melanom, Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom der Haut, Kaposi-Sarkom, Mycosis fungoides, Parapsoriasis en plaques
Mastozytose
- Definition: Seltene, klonale Erkrankung der hämatopoetischen Stammzelle
- Klinik
- Breites klinisches und morphologisches Erscheinungsbild
- Makulopapulöse kutane Mastozytose (früher: Urticaria pigmentosa)
- Braunrote Hauteffloreszenzen
- Effloreszenzen sind reich an Mastzellen
- Meist Kinder betroffen
- Lokalisation: Meist Kopf und laterales Gesicht
- Diagnostik: Darier-Zeichen → Typische, kräftige Rötung nach mechanischer Reizung der Läsionen; evtl. auch urtikarielle Schwellung, Pruritus oder Blasenbildung
- Therapie: UVA-Bestrahlung, Antihistaminika, Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure), Glucocorticoide