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Kutane Angiosarkome

Letzte Aktualisierung: 2.7.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Das kutane Angiosarkom (AS) ist ein seltener, hochmaligner Tumor, der von den Endothelzellen der Blut- oder Lymphgefäße ausgeht und zu den Weichteilsarkomen gehört. Das primäre AS tritt bevorzugt bei älteren Männern im Kopf-Hals-Bereich auf. Sekundäre AS sind oft Strahlentherapie- oder Lymphödem-assoziiert und treten insb. im Brustbereich nach Mammakarzinom auf. Initial ähnelt das kutane Angiosarkom Prellungen oder Hämatomen, was zu einer verzögerten Diagnosestellung beitragen kann. Die Diagnose wird mittels Biopsie und Histopathologie gesichert, wobei immunhistochemische Marker wie CD31, D2-40 und ERG entscheidend sind. Die Therapie der Wahl ist multimodal und besteht aus einer weiten chirurgischen Resektion, gefolgt von einer adjuvanten Strahlentherapie. Bei inoperablen oder metastasierten Tumoren kommen zusätzlich Chemotherapeutika wie Doxorubicin, Paclitaxel oder zielgerichtete Substanzen zum Einsatz. Die Prognose ist insgesamt schlecht und wird durch Faktoren wie Tumorgröße, Lokalisation und Invasionstiefe bestimmt.

Epidemiologietoggle arrow icon

  • Inzidenz: Sehr selten [1]
  • Durchschnittsalter: 65–70 Jahre
  • Geschlechterverhältnis: > (2:1)

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

Primäres Angiosarkom [1] [2]

Sekundäres Angiosarkom

Da das radiogene Angiosarkom insg. sehr selten ist, überwiegt der Nutzen der adjuvanten Strahlentherapie deutlich!

Symptomatiktoggle arrow icon

Die Diagnose wird aufgrund des klinisch unspezifischen Initialstadiums und insg. seltenen Auftretens oft erst spät gestellt!

Diagnostiktoggle arrow icon

Anamnese

Klinische Untersuchung

  • Inspektion: Gesamtes Integument
  • Palpation: Insb. Lymphknotenstationen
  • Biopsie: Bei geringstem Verdacht, ggf. mehrfach

Histopathologie und Immunhistochemie

  • Stellenwert: Entscheidend für definitive Diagnose
  • Charakteristische Befunde
  • Epitheloides Angiosarkom
    • Subtyp des kutanen Angiosarkoms
    • Unterscheidungsmerkmale v.a. histologisch, bspw. Nester großer epitheloider Zellen
    • Mit schlechterer Prognose assoziiert

Bildgebung

  • Indikation: Ausbreitungsdiagnostik (Staging) und OP-Planung
  • Verfahren

Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Differenzialdiagnosen des kutanen Angiosarkoms
Frühstadium
Posttraumatisches Hämatom und/oder Kontusion

Erysipel

Inflammatorische Gesichtsdermatosen (bspw. seborrhoisches Ekzem, Acne vulgaris, Rosazea)

Urtikarielle Vaskulitis

Hämangiotheliome

Spätstadium
Malignes Melanom

Plattenepithelkarzinom der Haut

Kutane Lymphome

Hämangiotheliome

Hämangiotheliome

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapietoggle arrow icon

Kurativer Ansatz

Die kurative Therapie umfasst eine chirurgische Resektion und unmittelbare adjuvante Strahlentherapie!

Palliativer Ansatz

Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Prognosetoggle arrow icon

Prognostische Faktoren beim kutanen Angiosarkom
Faktoren Günstige Faktoren Ungünstige Faktoren
Wachstumsart und Größe
  • Einzelner Tumor
  • <5 cm Durchmesser
  • Multifokal
  • Größe >5 cm Durchmesser
Lokalisation
  • Am Stamm
  • In 1 Region
  • In Kopf-Hals-Region, Skalp
  • In ≥2 Regionen
Wachstum
  • Oberflächlich
  • Solide Anteile
  • Hohe Eindringtiefe
  • Keine soliden Anteile
  • Breite Fläche und/oder multizentrisch
ECOG
  • 0–1
  • 2–3
Histologie
  • Inflammatorische Infiltrate

Nachsorgetoggle arrow icon

Nachsorgeintervalle kutaner Angiosarkome anhand individueller Risikoeinschätzung
Untersuchung Jahr nach Erstdiagnose
1–3 4–5 6–10
Niedrigrisikogruppe
Klinische Untersuchung, ggf. Biopsie Alle 3 Monate Alle 6 Monate Alle 12 Monate
Sonografie der lokoregionären Lymphknoten Bei V.a. Progress
CT-Thorax
Hochrisikogruppe
Klinische Untersuchung, ggf. Biopsie Alle 6 Wochen Alle 3 Monate Alle 6 Monate
Sonografie der lokoregionären Lymphknoten Alle 3 Monate Bei V.a. Progress
CT-Thorax Alle 6 Monate

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Melanom und sonstige bösartige Neubildungen der Haut (C43-C44)

C44.- Sonstige bösartige Neubildungen der Haut

Bösartige Neubildungen des mesothelialen Gewebes und des Weichteilgewebes (C45-C49)

C49.- Bösartige Neubildung sonstigen Bindegewebes und anderer Weichteilgewebe

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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