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Herzglykoside

Letzte Aktualisierung: 5.6.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Digitoxin und Digoxin sind Herzglykoside, die eine Hemmung der Natrium/Kalium-ATPase in den Kardiomyozyten bedingen. Dadurch steigt der intrazelluläre Natriumgehalt, wodurch sich der Wirkgradient des Natrium/Calcium-Antiporters verringert und der Calciumgehalt intrazellulär steigt. Dies führt zu einer Kontraktionskraftsteigerung (positiv inotrop) und einer Verlangsamung der Erregungsleitung im Herzen (negativ dromotrop). Da eine geringe therapeutische Breite besteht, muss der Blutspiegel streng kontrolliert werden. Eingesetzt werden Herzglykoside insb. zur Frequenzkontrolle bei tachykardem Vorhofflimmern, vor allem bei gleichzeitig bestehender Herzinsuffizienz. Zur Therapie der chronischen Herzinsuffizienz bei Patienten im Sinusrhythmus werden Digitalisglykoside nicht mehr allgemein empfohlen und gelten als Medikamente der ferneren Wahl.

Übersichttoggle arrow icon

Wirkbeginn Besonderheiten
Digoxin
Digitoxin

"Digit"-oxin wie "lipid" ist lipophil und wird daher hepatisch eliminiert! Digoxin ist hydrophil und wird ausschließlich renal eliminiert!

"Großer Name (Digitoxin) = großes Organ (Leber), kleiner Name (Digoxin) = kleines Organ (Niere)"

Wirkungtoggle arrow icon

Nebenwirkungtoggle arrow icon

Geringe therapeutische Breite: Bei einem ausgeprägten Nebenwirkungsprofil muss der Blutspiegel streng kontrolliert werden!

Digitalis-Intoxikation [1]

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Indikationtoggle arrow icon

Kontraindikationtoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Kontraindikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Interaktiontoggle arrow icon

Dosierungsempfehlungentoggle arrow icon

Empfehlungen für Digoxin und Digitoxin [2]

Vergleich der Digitalisglykoside
Wirkstoff Digoxin Digitoxin
Aufsättigungsdosis
  • 0,75–1,5 mg
  • 0,5–1 mg
Tägliche Erhaltungsdosis (p.o.)
  • 0,05–0,25 mg/d
  • 0,07–0,1 mg/d
Zielkonzentration im Serum
  • 0,5–0,9 ng/mL
  • 8–18 ng/mL
Toxische Konzentration im Serum
  • >2 ng/mL
  • >30 ng/mL

Digitalisglykoside haben eine geringe therapeutische Breite und können starken interindividuellen Schwankungen unterworfen sein. Auf eine regelmäßige Kontrolle der Wirkspiegel ist daher zu achten. Insb. ältere Menschen sowie Personen mit chronischer Nierenkrankheit oder geringem Körpergewicht benötigen oftmals eine kleinere Dosis!

Umstellung von Digitoxin auf Digoxin [2]

  1. Indikation für Digitalisglykoside prüfen
  2. Therapiepause für 2–3 Wochen
  3. Therapiebeginn mit Digoxin: Dosisfindung anhand vorheriger Digitoxin-Dosis
  4. Kontrolle des Digoxinserumspiegels nach 7–10 d, ggf. Dosisanpassung
    • Zielspiegel: 0,5–0,9 ng/mL
    • Dosisreduktion auf 0,05 bzw. 0,1 mg/d oder Dosissteigerung auf 0,2 bzw. 0,25 mg/d

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