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Zwerchfellhernie

Letzte Aktualisierung: 4.8.2021

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Bei einer Zwerchfellhernie liegt eine vergrößerte Öffnung im Zwerchfell vor, sodass Eingeweide in den Thoraxraum durchtreten können. Man unterscheidet traumatische von nicht-traumatischen und angeborene von erworbenen Zwerchfellhernien. Klinisch am häufigsten sind Hiatushernien, bei denen sich Teile des Magens durch den Hiatus oesophageus in den Thorax verlagern können. Die Symptome sind abhängig von der Größe des Defekts und reichen von Symptomfreiheit über Reflux, Erbrechen, retrosternale Schmerzen bis hin zur Ileus-Symptomatik. Bei Verlagerung großer Teile der intraabdominellen Organe ist eine gestörte Atemfunktion bis hin zur Ateminsuffizienz möglich. Der Defekt wird je nach Klinik operativ mittels Naht, Netzeinlage oder Fundoplicatio versorgt.

Im Kapitel Hiatushernie wird dieses Krankheitsbild nochmals detaillierter dargestellt.

Nicht-traumatische Hernien

Angeborene Hernien

Erworbene Hernien

Traumatische „Hernien

  • Traumatische Zwerchfellruptur
    • Keine echte Hernie, da der Bruchsack fehlt
    • Lokalisation
      • Meistens linksseitig im Centrum tendineum (Locus minoris resistentiae)
      • Rechtsseitig verhindert die Leber eine Ruptur und einen Eingeweidevorfall

Angeborene Hernien

  • Symptome abhängig von der Größe der Hernien und der Menge an nach intrathorakal verlagerten Organen (Enterothorax)
  • Bei großen angeborenen Zwerchfellhernien: Atemnot bis hin zur Ateminsuffizienz unmittelbar postnatal

Erworbene Hernien

  • Sehr variable Symptome (abhängig von der Größe, jedoch korreliert die Größe nicht immer mit dem Beschwerdebild!)
    • Asymptomatisch
    • Reflux
    • Druckgefühl mit retrosternalen Schmerzen
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Bei Passagestörung: Übelkeit und Erbrechen, Stuhl- und Windverhalt, Ileus möglich
    • Kardiopulmonale Probleme: Dyspnoe, Tachykardie, Rhythmusstörungen

Traumatische „Hernien

  • Je nach Trauma: Ggf. Begleitverletzungen
  • Alle Symptome der erworbenen Hernien möglich
  • Dyspnoe bei Verlagerung großer Anteile intraabdomineller Organe

Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Bei Verlagerung großer Anteile intraabdomineller Organe (v.a. bei angeborener Zwerchfellhernie)

Endoskopie (ÖGD)

  • Vor allem zur Diagnostik von Hiatushernien
  • Zusätzlich Evaluation gastroösophagealer Komplikationen

Bildgebung

Bei Verdacht auf Zwerchfellhernie äußerste Zurückhaltung bei Pleurapunktionen, da Verletzungen des Darms möglich sind!

Konservativ

Operativ

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Müller: Chirurgie (2014/15). 11. Auflage Medizinische Verlags- und Informationsdienste 2011, ISBN: 3-929-85110-5 .
  2. Siewert: Chirurgie. 8. Auflage Springer 2006, ISBN: 978-3-540-30450-0 .