ambossIconambossIcon

Milzchirurgie

Letzte Aktualisierung: 11.5.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Milz liegt intraperitoneal im linken Oberbauch, nahe Magen, Pankreas und linker Kolonflexur. Ihre Hilusgefäße verlaufen im Ligamentum splenorenale, welches auch den Pankreasschwanz enthält. Die häufigsten Indikationen für eine Operation im Bereich der Milz sind Traumata und hämatologische Erkrankungen. Im Rahmen eines Traumas ist die Hämodynamik entscheidend für die Strategie: Stabile Betroffene werden primär konservativ oder interventionell (Embolisation) behandelt. Bei Scheitern des nicht-operativen Managements oder bei Begleitverletzungen, die eine Operation erforderlich machen, werden zunächst milzerhaltende Verfahren angestrebt. Ultima Ratio, insb. bei instabilen Personen, ist die Splenektomie. Minimalinvasive Techniken (laparoskopisch oder robotisch) werden bei elektiven Eingriffen bspw. im Rahmen hämatologischer Erkrankungen bevorzugt. Der technisch wichtigste Schritt ist in jedem Fall die sichere Kontrolle des Milzhilus mit Identifikation der A. und V. splenica. Bei jeder geplanten Splenektomie ist präoperativ die OPSI-Prophylaxe zu beachten. Komplikationen umfassen u.a. Blutungen, Thrombosen und Verletzungen des Pankreasschwanzes mit möglicher konsekutiver Fistelbildung.

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Anatomie und Pathophysiologietoggle arrow icon

Chirurgisch relevante Anatomie [1][2][3]

Morphologie

  • Gewicht: 150–200 g beim Erwachsenen
  • Maße: 11 × 7 × 4 cm
  • Organkapsel: Dünnes Bindegewebe mit trabekulären Ausläufern ins Parenchym

Aufgrund der dünnen Milzkapsel und des dichten und verzweigten Gefäßsystems der Milz besteht im Rahmen eines Traumas ein hohes Blutungsrisiko! [4][5]

Topografie

Gefäßversorgung und Lymphabfluss

Physiologie

Funktionen [4][6][7]

Pathophysiologische Veränderungen

Pathophysiologische Veränderungen der Milz
Pathologie Mögliche Ursachen Mögliche klinische Relevanz
Splenomegalie

Hyposplenie

Hypersplenismus
Hyposplenismus
  • Narbenbildung und Fibrose nach Milztrauma
  • Eingeschränkte bis komplett fehlende Milzfunktion
  • Gestörter Blutzellabbau mit u.a. postoperativ erhöhtem Risiko für thromboembolische Komplikationen
  • Eingeschränkte Immunabwehr und erhöhtes Risiko für schwere Infektionen
Funktionelle Asplenie

Anatomische Asplenie

Typischerweise führt eine Splenomegalie zu Hypersplenismus, während eine Hyposplenie häufig mit Hyposplenismus einhergeht!

Pathophysiologische Veränderungen der Milz können das perioperative Risiko deutlich erhöhen!

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Präoperative Vorbereitungtoggle arrow icon

Allgemeine Vorbereitung

Zusätzlich zu den allgemeinen Empfehlungen sind patientenspezifische Besonderheiten sowie lokale Standards zu beachten!

Spezielle Vorbereitung

Anamnese

  • Sekundärsymptome vorhanden, die eine Simultanoperation bedingen könnten?
  • Operationsbeeinflussende Vorerkrankungen bestehend?
  • Blutungs- oder Gerinnungsanamnese auffällig?
  • Relevante Impfungen zeitgerecht erfolgt?
  • Möglicherweise anpassungsbedürftige Medikation? [11][12]

Tastuntersuchung der Milz

  • Durchführung in Rechtsseitenlage oder Rückenlage
  • Palpation während tiefer Inspiration der untersuchten Person
  • Tastbares Anstoßen Hinweis auf Milzvergrößerung

Spezielle Diagnostik [3][13]

Labordiagnostik

Bildgebung

Präoperative Bildgebung in der Milzchirurgie
Bildgebende Verfahren Mögliche Indikationen
Allgemeine Sonografie
  • Beurteilung von Milzgröße, -volumen und -lage
  • Binnenstruktur
  • Suche nach Nebenmilzen [14][15]
  • Suche nach freier Flüssigkeit

Duplexsonografie

  • Beurteilung der Milzperfusion

FAST

  • Fokus auf freie Flüssigkeit

CEUS

  • Beurteilung von ektopem Milzgewebe
  • Detektion von Läsionen wie Metastasen
  • Differenzierung zwischen benignen und malignen Prozessen in der Milz
  • Identifikation eines Milzinfarkts
  • Alternative zum CT bei moderaten traumatischen Milzverletzungen und stabilem Patienten [16]
MRT [17][18]
  • Präoperative Planung
  • Verlaufskontrolle bei hämatologischen Erkrankungen
  • Beurteilung von Durchblutungsstörungen
  • Suche nach Nebenmilzen oder Splenose
  • Charakterisierung von Milzläsionen
CT
Angiografie
  • Im Rahmen von Embolisationen

CT-/MR-Angiografie

Szintigrafie
  • Beurteilung der Milzfunktion
  • Nachweis einer Splenose [19]
  • Lokalisation von Nebenmilzen
  • Diagnostik bei hämatologischen Erkrankungen

Impfprophylaxe [20]

Die Impfprophylaxe sollte mind. 2 Wochen vor elektiver Operation durchgeführt werden!

Bei nicht-elektiver Operation (bspw. notfallmäßige Splenektomie) sollten die Impfungen 2 Wochen postoperativ durchgeführt werden!

Spezielle Aufklärung

Checkliste Milzchirurgie

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Operative Verfahrentoggle arrow icon

Übersicht

Bei der konkreten Durchführung des jeweiligen Operationsverfahrens sind patientenspezifische Besonderheiten sowie lokale Standards zu beachten!

Perioperative Antibiotikaprophylaxe [11][21][22]

Klar indiziert ist eine perioperative Antibiotikaprophylaxe nur bei der Splenektomie, in allen anderen Fällen muss die Erforderlichkeit individuell abgewogen werden!

Für allgemeine Informationen zur Wirkstoffauswahl, zum Zeitpunkt der Verabreichung und zu Wiederholungsintervallen siehe: Perioperative Antibiotikaprophylaxe - Durchführung!

Patientenlagerung [23][24]

Patientenlagerung in der Milzchirurgie
Lagerungsart Besonderheiten
Rückenlagerung
Halbseitenlagerung (30–45° Rechtsdrehung)
  • Besserer Zugang zu kurzen Magengefäßen, posteriorer Milzseite und perisplenalen Ligamenten [28]
  • Ggf. mit zusätzlicher Anti-Trendelenburg-Lagerung
Seitenlagerung (90° Rechtsdrehung)
  • Einfachere Dissektion der Ligamente und Hilusgefäße [29]

Hautschnitt

Zugangswege bei offener Milzchirurgie
Hautschnitt Typische Indikation
Subkostalschnitt bzw. Rippenbogenrandschnitt linksseitig
  • Bevorzugt bei normaler bis mäßig vergrößerter Milz
Medianschnitt zwischen Xiphoid und Umbilicus
  • Bei Trauma, kleiner Milz oder wenn erweiterte Exploration nötig
Querer Oberbauchschnitt links
  • Selten im Rahmen kinderchirurgischer Operationen beschrieben

Die Auswahl des Hautschnitts ist u.a. abhängig von der Größe der Milz, der aktuellen anatomischen Lage, der Wahrscheinlichkeit eines Umstiegs von der Laparoskopie auf die Laparotomie, der Dringlichkeit des Eingriffs und der persönlichen Präferenz!

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Splenektomietoggle arrow icon

Definition und typische Indikationen

Bei der Indikationsstellung zur Splenektomie muss der therapeutische Nutzen gegen die möglichen Folgen einer Asplenie (insb. erhöhte Infektanfälligkeit) abgewogen werden!

Durchführung

Offene Splenektomie [43]

Bei hämodynamisch instabiler Milzverletzung mit persistierender Blutung muss das Operationsverfahren individuell angepasst werden, um schnellstmöglich eine hämodynamische Stabilisierung zu erreichen!

Laparoskopische Splenektomie [43][45]

Die engen Lagebeziehungen zwischen Milz und Magen, Milzhilus und Pankreasschwanz sowie Milz und linker Colonflexur müssen intraoperativ berücksichtigt werden, um Verletzungen und damit Komplikationen wie Blutungen oder Organfunktionsstörungen zu vermeiden! [11]

Die robotisch-assistierte Splenektomie zeigt vergleichbare perioperative Ergebnisse wie die laparoskopische, evtl. mit dem Vorteil eines geringeren Blutverlustes. Allerdings sind längere Operationszeiten und höhere Kosten zu beachten! [47]

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Partielle Splenektomietoggle arrow icon

Definition und typische Indikationen

Operationsverfahren mit anteiliger Milzentfernung
Operationsverfahren Entferntes Milzvolumen (orientierende Werte)
Partielle Splenektomie
  • 70–80% [50][51]
Subtotale Splenektomie
  • 85–90% [52]
Near-total Splenektomie
  • 90–95% [53]

Abhängig vom Resektionsumfang werden Operationsverfahren mit anteiliger Milzentfernung als partielle, subtotale oder near-total Splenektomie bezeichnet. Aufgrund einer fehlenden allgemeingültigen Definition und eines Graubereichs bei einem entfernten Milzvolumen von 80–85% werden die Begriffe in der Literatur jedoch sehr uneinheitlich verwendet!

Durchführung

Offene partielle Splenektomie

  • Beispielhafte Operationstechnik [11][54]
    • Exploration der Bauchhöhle (inkl. Suche nach ggf. vorhandenen Nebenmilzen)
    • Eröffnen der Bursa omentalis
    • Mobilisation der Milz
    • Umstechungsligatur und Durchtrennung der Vasa gastrica brevia (Verlauf im Lig. gastrosplenicum)
    • Darstellung des Milzhilus
    • Selektives Klemmen einzelner Gefäßäste zur Bestimmung der Resektionsgrenze
    • Nach Ligaturen Durchtrennung dieser Gefäßäste entsprechend der Resektionsgrenze
    • Partielle Milzresektion entsprechend der gewählten Resektionsgrenze
    • Blutstillung der Milzresektionsfläche
    • Präparat zur histopathologischen Untersuchung einschicken
    • Überprüfen des verbleibenden Milzrests auf Perfusion
    • Kontrolle auf Bluttrockenheit (insb. im Bereich der Milzloge)
    • Ggf. Einlage einer Redon-Drainage
    • Schichtweiser Wundverschluss

Laparoskopische partielle Splenektomie

Die Resektionsgrenze bei partieller Splenektomie wird durch Erzeugen einer Ischämielinie nach Unterbindung der segmentalen Gefäßversorgung bestimmt! Die Insufflation von kaltem CO2 bei laparoskopischen Operationen kann den Blutstrom in der Milz reduzieren und die Ischämielinie dadurch weniger deutlich werden lassen! [57]

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Splenorrhaphietoggle arrow icon

Definition und typische Indikationen

  • Definition: Operative Versorgung von Milzverletzungen durch Nahttechniken zur Blutstillung und zur Rekonstruktion des Milzparenchyms
  • Typische Indikationen
    • Niedriggradige traumatische Milzverletzungen (Organ nicht vollständig zerstört und Organerhalt machbar) [60][61]

Die Splenorrhaphie ist als organerhaltendes Verfahren v.a. eine Option bei niedriggradigen traumatischen Milzverletzungen, bei denen eine konservative Therapie nicht infrage kommt! Es wird jedoch zunehmend zugunsten einer interventionellen Therapie im Sinne einer Embolisation der A. splenica verlassen! [62]

Der Versuch des Milzerhalts darf keinesfalls das Überleben gefährden! im Zweifelsfall ist daher bei ausgeprägter Blutung eine Splenektomie erforderlich!

Durchführung

Offene Splenorrhaphie

Laparoskopische Splenorrhaphie

  • Beispielhafte Trokarpositionierung [63]
    • 1. Trokar (10 mm) im Umbilikalbereich (Kameratrokar)
    • 2. Trokar (10 mm) in der suprapubischen Region (alternativer Kameratrokar)
    • 3. Trokar (10 mm) links subkostal in der mittleren Klavikularlinie (Arbeitstrokar)
    • 4. Trokar (5 mm) im Epigastrium unterhalb des Xiphoids (Arbeitstrokar)
    • 5. Trokar (5 mm) links subkostal in der vorderen Axillarlinie (Arbeitstrokar)
  • Beispielhafte Operationstechnik

Eine laparoskopische Splenorrhaphie ist spezialisierten Zentren und stabilen Patienten vorbehalten! Eine robotisch-assistierte Splenorrhaphie ist (auch aufgrund der Dringlichkeit des Eingriffs) in der Literatur bislang noch nicht beschrieben! [63]

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Splenopexietoggle arrow icon

Definition und typische Indikationen

  • Definition: Operative Fixierung der Milz
  • Typische Indikation: Wandermilz (Verhinderung einer Milztorsion) [42]

Durchführung

Offene Splenopexie [70]

Laparoskopische Splenopexie [70][71][72]

  • Beispielhafte Trokarpositionierung [42]
    • 1. Trokar (10 mm) 2 cm supraumbilikal
    • 2. Trokar (5 mm) Epigastrium
    • 3. Trokar (Wahl des Trokardurchmessers nach Bedarf) linke mittlere Klavikularlinie auf Höhe des Lumbarbereichs
    • 4. Trokar (10 mm) in der Medianlinie zwischen Umbilicus und suprapubischem Bereich
  • Beispielhafte Operationstechnik
    • Inspektion der Bauchhöhle und Aufsuchen der Milz
    • Überprüfen der Gefäße auf Torsion und ggf. Retorsion
    • Überprüfen der Milzperfusion
    • Milzfixation in orthotoper Position, typischerweise mittels Kombination verschiedener Techniken wie bspw.
      • Netzfixation (PGA oder Vicryl®) [42]
      • Omentum- oder Peritonealfixation [70][73][74][75]
      • Ligamentfixation [73]
      • Fibrinkleberfixation [72]

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Sonstige Verfahrentoggle arrow icon

Zystenfensterung [76][77][78][79]

  • Typische Indikation: Milzzyste
  • Beispielhafte Operationstechnik
    • Aspiration der Zystenflüssigkeit zur Dekompression
    • Fensterung und Verödung der Zyste [80]
    • Einlegen einer Drainage [79]
    • Ggf. zusätzliches Einlegen eines gestielten Omentumlappens in die fenestrierte Zyste (sog. Omental Packing) [79][81][82]
    • Zystensekret und resezierte Zystenwand zur histopathologischen Untersuchung einschicken [79]

Milztransplantation

Autologe Milztransplantation [83]

  • Typische Indikation: Traumatisch bedingte Splenektomie
  • Beispielhafte Operationstechnik
    • I.d.R. offene einzeitige Operation im Rahmen der Splenektomie [84]
    • Präparation eines gestielten Omentum-majus-Lappens
    • Bilden einer Tasche aus dem gestielten Omentum-majus-Lappen
    • Platzierung des autologen Milzpräparats (etwa 4 × 3 × 2 cm) in der Tasche
    • Verschluss und Fixierung der Tasche am Peritoneum parietale unterhalb des linken Zwerchfells

Allogene Milztransplantation

  • Mögliche Indikation: Multiorgantransplantation bei Multiorganversagen [85]
  • Durchführung: Sehr selten

Exkurs: Embolisation der A. splenica (SAE) [86]

  • Typische Indikationen [87][88][89]
  • Beispielhafte Technik
    • Zugang über die A. femoralis
    • Vorschieben des Katheters bis in den Truncus coeliacus
    • Darstellung der A. splenica und möglicher kollateraler Milzgefäße
    • Erreichen der A. splenica mittels eines Mikrokatheters
    • Einbringen von Embolisationsmaterial [91]
    • Angiografische Erfolgskontrolle
  • Varianten
    • Proximale Embolisation
    • Distale (selektive oder partielle) Embolisation
  • Spezifische Komplikationen

Exkurs: Sonstige interventionelle Verfahren

Übersicht sonstiger interventioneller Verfahren bei Milzpathologien
Verfahren Typische Indikationen
Transsplenische Feinnadelbiopsie
  • Diagnostik unklarer Milzläsionen [96]
Drainage
  • Milzabszesse [39][97]
  • Milzhämatome
Sklerotherapie
  • Milzzyste [98][99]
Radiofrequenzablation
  • Primäre maligne Milztumoren oder Metastasen [100][101]
Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Postoperative Nachbetreuungtoggle arrow icon

Stationäre Nachbetreuung

Allgemeine Maßnahmen [103][104][105]

Nach einer Splenektomie oder größeren Operationen bzw. Interventionen an der Milz kommt es häufig zu einer relevanten Thrombozytose (Maximum i.d.R. zwischen dem 7. und 20. postoperativen Tag)!

Spezielle Maßnahmen

Ambulante Nachbetreuung

Allgemeine Maßnahmen

  • Kostaufbau und Mobilisation erfolgt?
  • Naht- oder Klammermaterial komplett entfernt?
  • Sporttauglichkeit und Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt?
  • Laborkontrollen erforderlich?
  • Bildgebung erforderlich?
  • Thromboseprophylaxe indiziert?

Spezielle Maßnahmen

  • OPSI-Prophylaxe erforderlich?
  • Malariaprophylaxe bei Reise in ein Risikogebiet bedacht?
  • Verlaufskontrollen nach Splenektomie geplant?
  • Anbindung Asplenieambulanz gebahnt?
  • Individuelle Risikofaktoren berücksichtigt?
Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Komplikationentoggle arrow icon

Intraoperative Komplikationen

Intraoperative Komplikationen bei Milzoperationen
Komplikation Risikofaktoren Ursachen
Blutung [15][111]
  • Hochvaskularisierte Milz
  • Zusätzliche Hilusgefäße und atypische Gefäßverläufe [112][113][114]
Verletzung des Pankreasschwanzes [15][104][111]
Ischämie oder Infarkt des Restparenchyms
  • Verzweigung der Hilusgefäße und atypische Gefäßverläufe
  • Unzureichende Gefäßversorgung eines belassenen Parenchymanteils durch nicht korrekt platzierte selektive Ligaturen oder durch Fehlplatzierung von Clips bei partieller Splenektomie [104]
CO2-Embolie
  • Eindringen von CO2 aus dem Kapnoperitoneum in die offenen Venen
  • Hoher Insufflationsdruck begünstigt den Gaseintritt

Postoperative Komplikationen

Postoperative Komplikationen bei Milzoperationen
Komplikation Risikofaktoren Ursachen
Nachblutung [104][111]
  • Nicht vollständig verschlossene kleine Milzgefäße
  • Verletzung von Nachbargefäßen
Abszess
  • Bakterielle Kontamination von Hämatomen, serösen Flüssigkeitsansammlungen oder von infarziertem nekrotischen Gewebe [15][115]
Pleuraerguss und Pneumonie [11][15]
Akute Pankreatitis [117]
  • Thermische Schädigung
  • Mechanisches Trauma
  • Ischämie durch Gefäßschädigung [118]
Pankreasfistel [15][119][120]
Re-Ruptur oder Nahtinsuffizienz [111]
  • Milzerhaltende Verfahren
  • Postoperative Belastung
  • Unzureichende Nahttechnik
  • Gewebeschwäche
Thromboembolien [30][121][122]
Langzeit-Infektanfälligkeit [15][132][133]
Rezidiv der Symptome einer Grunderkrankung [104]
  • Zu viel belassenes funktionsfähiges Milzgewebe
  • Splenose [134][135]
Unzureichende Milzrestfunktion [51]
Tumorrisiko [136][137]

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Probiere die Testversion aus und erhalte 30 Tage lang unbegrenzten Zugang zu über 1.400 Kapiteln und +17.000 IMPP-Fragen.
disclaimer Evidenzbasierte Inhalte, von festem ärztlichem Redaktionsteam erstellt & geprüft. Disclaimer aufrufen.