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Polymyalgia rheumatica

Letzte Aktualisierung: 11.6.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Polymyalgia rheumatica ist eine häufige entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung. Sie manifestiert sich i.d.R. bei Menschen um die 70 Jahre. Das wesentliche Leitsymptom sind insb. morgens auftretende, bilaterale Schmerzen der Schulter- und/oder Beckenmuskulatur. Häufig kommt es zudem zu Fieber, Abgeschlagenheit oder depressiver Verstimmung. Bei etwa 20% der Betroffenen besteht gleichzeitig eine Riesenzellarteriitis. Laborchemisch finden sich ein deutlich erhöhtes CRP sowie eine stark erhöhte BSG. Differenzialdiagnosen sollten mittels weiterer Labordiagnostik und ggf. Gelenksonografie sowie MRT ausgeschlossen werden. Durch eine Therapie mit Glucocorticoiden bessert sich die Symptomatik typischerweise rasch, innerhalb weniger Wochen kommt es zur RemissionRezidive sind jedoch häufig. Bei prolongierten Verläufen kann Methotrexat eingesetzt werden.

Du möchtest diesen Artikel lieber hören als lesen? Wir haben ihn für dich im Rahmen unserer studentischen AMBOSS Audio-Reihe vertont. Den Link findest du am Kapitelende in der Sektion „Tipps & Links“.

Epidemiologietoggle arrow icon

  • Alter: Erstmanifestation ≥50 Jahre, Manifestationsgipfel bei ca. 70 Jahren [1]
  • Geschlechterverhältnis: > ca. 2–3:1 [2]
  • Inzidenz: 13–50/100.000 Personen/Jahr [1][2][3]
  • Prävalenz: 60–130/100.000 Personen [2][4]
  • Lebenszeitprävalenz [3]
    • Frauen: 2,4%
    • Männer: 1,7%

Die Polymyalgia rheumatica ist die zweithäufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung im Alter und tritt typischerweise bei Personen um die 70 Jahre auf! [5]

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

Klassifikationtoggle arrow icon

Die Klassifikationskriterien dienen primär Studienzwecken, können aber auch bei der Diagnosestellung unterstützen.

ACR-EULAR-Klassifikationskriterien der Polymyalgia rheumatica von 2012 [9]
Voraussetzungen
Kriterien
  • Morgensteifigkeit >45 min
2
2
  • Schmerzen oder Bewegungseinschränkung der Hüfte
1
1
Zusatzkriterien nach Gelenksonografie 1
  • Beide Schultern betroffen
1
Diagnosestellung bei ≥4 von 6 Punkten ohne Gelenksonografie oder ≥5 von 8 Punkten mit Gelenksonografie

Symptomatiktoggle arrow icon

Ca. 16–25% der Betroffenen haben zusätzlich eine Riesenzellarteriitis! [3][4]

Diagnostiktoggle arrow icon

Anamnese und körperliche Untersuchung

Objektivierbare Untersuchungsbefunde sind oft weniger eindrücklich, als die Symptomatik und der Leidensdruck der Betroffenen annehmen lassen!

Labordiagnostik

I.d.R. kann die Diagnose klinisch gestellt werden, ggf. mithilfe der Klassifikationskriterien der Polymyalgia rheumatica!

Auch bei Vorliegen der typischen klinischen Befundkonstellation sollten wichtige Differenzialdiagnosen der Polymyalgia rheumatica ausgeschlossen werden! [5]

Befunde, die auf andere Diagnosen hinweisen [12]

Unklare Diagnosestellung: Ggf. Bildgebung

Eine Bildgebung ist nur bei atypischen Befunden oder zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen indiziert!

Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapietoggle arrow icon

Management [5][15]

  • Schnellstmögliche rheumatologische Zuweisung aller Patient:innen zur
    • Diagnosesicherung
    • Risikoeinschätzung
    • Therapieentscheidung
  • Supportive Therapie
  • Engmaschige Betreuung nach Diagnosestellung [5]
    • Häufigkeit
    • Therapiemonitoring: Inkl. klinische und laborchemische Kontrolle von
      • Krankheitsaktivität
      • Nebenwirkungen der Therapie
      • Begleiterkrankungen und Begleitmedikation
      • Rezidiven
      • Behandlungsdauer

Medikamentös [5][15]

Alle Personen mit Polymyalgia rheumatica sollen direkt nach Diagnose eine Therapie mit Glucocorticoiden erhalten!

Prognosetoggle arrow icon

  • Symptomfreiheit: Meist innerhalb weniger Wochen nach Therapiebeginn
  • Vollständige Remission: Meist innerhalb von 6 Monaten bis zu 2 Jahren [21]
    • Häufig Glucocorticoideinnahme über mehrere Jahre nötig [16]
  • Gehäuft Rezidive: Bis zu 43% innerhalb eines Jahres nach Therapiebeginn [2][22]

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Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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Polymyalgia rheumatica

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