Zusammenfassung
Die akute Gastroenteritis ist eine Magen-Darm-Entzündung häufig infektiöser Genese und geht typischerweise mit Durchfall und/oder Übelkeit/Erbrechen einher. Diagnostisch stehen Anamnese und körperliche Untersuchung im Vordergrund. Labordiagnostik und eine Erregersuche mittels Stuhldiagnostik sind nur in speziellen Fällen (bspw. bei schwerem Verlauf, bei V.a. einen spezifischen Erreger oder bei nosokomialem Auftreten) erforderlich. Da die Erkrankung i.d.R. selbstlimitierend verläuft, sind Rehydratation und symptomatische Maßnahmen therapeutisch meist ausreichend. Mögliche Komplikationen sind insb. Dehydratation mit akuter Nierenfunktionseinschränkung, infektionsbedingte Komplikationen wie Sepsis oder HUS sowie ein postinfektiöses Reizdarmsyndrom. Präventive Hygienemaßnahmen und Meldepflichten sollten beachtet werden.
Für pädiatrische Inhalte siehe: Akute Gastroenteritis im Kindes- und Jugendalter
Definition
- Unspezifische Gastroenteritis: Magen-Darm-Entzündung, die mit Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfällen einhergeht und bei der kein Erreger nachgewiesen wurde
Epidemiologie
- Inzidenz: Häufige Erkrankung
- Erwachsene durchschnittlich 1×/Jahr betroffen [1][2]
- Kinder <5 Jahre besonders häufig betroffen
- Saisonalität [2]
- Virale Erreger: Erkrankungsgipfel im Winter
- Bakterielle Erreger: Erkrankungsgipfel im Sommer
Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.
Ätiologie
Infektionsweg
- I.d.R. fäkal-oral (Stuhl, Erbrochenes, kontaminierte Flächen, Lebensmittel, Trinkwasser)
- Je nach Erreger ggf. weitere Übertragungswege möglich (insb. Tröpfcheninfektion bei Noroviren )
Erregerspektrum
| Erreger einer infektiösen Gastroenteritis | ||
|---|---|---|
| Auslöser | Symptomatik | |
| Übelkeit, Erbrechen und/oder Diarrhö | I.d.R. nur Diarrhö | |
| Viren | — | |
| Bakterien |
|
|
| Toxinvermittelt | — | |
| Protozoen |
| |
| Seltenes |
| |
Symptomatik
- Reduzierter Allgemeinzustand, Abgeschlagenheit
- Übelkeit, Erbrechen
- Diarrhö (wässrig, schleimig, blutig)
- Abdominelle Schmerzen
- Ggf. Fieber, Gliederschmerzen
Eine Gastroenteritis kann sich mit nur einem oder mit mehreren der genannten Symptome präsentieren!
Für spezifische Symptome, die auf bestimmte Erreger hinweisen, siehe: Infektiöse Differenzialdiagnosen einer akuten Gastroenteritis!
Diagnostik
Anamnese
- Symptomatik
- Mögliche Auslöser
- Erkrankungen im direkten Umfeld
- Nahrungsmittel , insb. unzureichend erhitzte Lebensmittel mit Milch, Ei, Fleisch, Geflügel, Fisch (siehe auch: Gastroenteritiden nach Nahrungsmittelverzehr)
- Medikamente
- Kürzliche Auslandsaufenthalte
- Tierkontakt
- Besondere Risikofaktoren
- Grunderkrankungen (insb. Immunsuppression, Malignome)
- Hohes Alter und Pflegebedürftigkeit
- Antibiotische Therapie in den letzten 12 Wochen
- Beruf: Tätigkeit in Gastronomie, Lebensmittelherstellung und -verkauf sowie in Gemeinschaftseinrichtungen
Körperliche Untersuchung
- Allgemeinzustand, Vigilanz
- Vitalparameter inkl. Körpertemperatur
- Evaluation des Hydratationszustandes, insb.
- Hautturgor
- Inspektion der Schleimhäute, Zunge
-
Untersuchung des Abdomens
- Auskultation
- Perkussion
- Palpation: Ausschluss von Abwehrspannung/Peritonismus, lokalen Resistenzen
Labordiagnostik
- Basislabor
- Indikation: Bei schwerer Infektion/Dehydratation
- Parameter: Blutbild, Elektrolyte, BGA, Kreatinin, CRP/PCT, Blutzucker
- Erweitertes Labor
- Indikation: Spezifische Verdachtsdiagnose, hohes Fieber/SIRS/Sepsis
- Parameter: Je nach Verdacht, bspw. Hämolyseparameter bei V.a. HUS, Blutkulturen bei Sepsis
Red Flags bei Gastroenteritis
- Anamnestisch
- Hohes Alter, Immundefizienz, schwere Grunderkrankung (z.B. Malignom)
- Orale Rehydratation nicht möglich
- Anhaltend blutige Diarrhö
- Befunde der körperlichen Untersuchung
- Instabiler Allgemeinzustand
- Vigilanzminderung
- Hohes Fieber, Sepsis
- Thrombozytäre Blutungszeichen
- Klinische Zeichen einer schweren Dehydratation (>9% Gewichtsverlust)
- Auffälligkeiten in der Abdomenuntersuchung
- Abwehrspannung/Peritonismus
- Fehlende Darmgeräusche
- Laborbefunde
- Zeichen der akuten Nierenfunktionseinschränkung
- Elektrolytentgleisungen
- Störungen des Säure-Basen-Haushalts
- Rhabdomyolyse, Hämolyse
Bei Vorhandensein von Red Flags sollte eine stationäre Behandlung evaluiert werden!
Erregerdiagnostik
Indikationen
- Symptombezogen
- Schwerer Verlauf, bspw. mit starker Dehydrierung, SIRS/Sepsis (siehe: Red Flags bei Gastroenteritis)
- Blutige Diarrhö
- Diarrhö >14 Tage
- Vorliegen von Risikofaktoren
- Komorbiditäten mit hohem Komplikationsrisiko
- Immunsuppression
- Risikofaktoren für Infektion mit Clostridioides difficile
- Therapeutische Relevanz: Vor empirischer antibiotischer Therapie der Gastroenteritis
- Epidemiologische Relevanz
- Symptomatische Personen in stationärer Behandlung
- Beschäftigte in lebensmittelrelevanten Bereichen bzw. in Gemeinschaftseinrichtungen
- Ausbruchsverdacht
Erregerdiagnostik soll nur dann veranlasst werden, wenn das Ergebnis unmittelbar handlungsrelevant ist – therapeutisch, organisatorisch oder im Hinblick auf die Meldepflicht!
Durchführung
Material
- Stuhlprobe
- Probengewinnung in akuter Krankheitsphase
- I.d.R. 1 Probe ausreichend
- Sonderfall: 3 Stuhlproben aus verschiedenen Stuhlgängen
- Bei V.a. parasitäre Infektion
- Zum Ausschluss einer Infektion mit Clostridioides difficile bei Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)
- Sonderfall: 3 Stuhlproben aus verschiedenen Stuhlgängen
- Ggf. Wiederholung der Diagnostik: Bei negativem Ergebnis und weiterhin bestehendem V.a. infektiöse Gastroenteritis
- Zügiger Transport ins Labor
Auswahl der zu testenden Erreger
- Basisdiagnostik, i.d.R.
- Viren: Norovirus, Rotavirus (insb. bei Relevanz zur Unterbrechung von Infektionsketten)
- Bakterien: Campylobacter, Salmonellen
- Bei nosokomialer Diarrhö: Immer Clostridioides difficile, bei klinischem/epidemiologischem Verdacht Norovirus (und ggf. Rotavirus)
- Erweiterung der Erregerdiagnostik im Stuhl: Bei spezifischer Verdachtsdiagnose aufgrund von Symptomatik/Risikofaktoren (siehe: Differenzialdiagnosen einer Gastroenteritis), z.B.
- Bei entsprechenden Risikofaktoren: Clostridioides difficile
- Bei Beschäftigten in lebensmittelrelevanten Bereichen bzw. Personen aus Gemeinschaftseinrichtungen: EHEC
- Gastroenteritis-Panel: Stuhluntersuchung auf verschiedene Gastroenteritiserreger mittels Multiplex-PCR
- Vorteile: Schnelle Durchführung, breites Erregerspektrum, Differenzierung verschiedener Erregerstämme
- Nachteile: Unspezifisch, ggf. Überdiagnostik
- Anwendung: Nicht zur Basisdiagnostik empfohlen
Bildgebung
- Indikation: Nur bei spezifischer Verdachtsdiagnose (bspw. V.a. Peritonitis, Perforation), bestätigter Amöbiasis
- Verfahren: Sonografie oder CT des Abdomens
Differenzialdiagnosen
Infektiöse Differenzialdiagnosen einer akuten Gastroenteritis
| Infektiöse Differenzialdiagnosen einer Gastroenteritis (Auswahl) | ||
|---|---|---|
| Hinweise | Erreger/Infektion | |
| Hinweise aus der Symptomatik | Blutige Diarrhö |
|
| Erbsbreiartige Stühle | ||
| Reiswasserstühle | ||
| Voluminöse, schaumige, fettreiche Diarrhö | ||
| Schweres systemisches Krankheitsbild und/oder starke Bauchschmerzen |
| |
| Schwallartiges Erbrechen | ||
| Diarrhö >14 Tage | ||
| Begleitsymptome (z.B. einer Atemwegsinfektion) | ||
| Anamnestische/diagnostische Hinweise | Antibiotikaeinnahme | |
| MSM [5][6] | ||
| Eisenüberladung (z.B. Hämochromatose) [6] |
| |
Nicht-infektiöse Differenzialdiagnosen einer akuten Gastroenteritis
- Mechanisch
- Ileus
- Invagination
- Volvulus
- Inkarzerierte Hernie
- Vaskulär
- Entzündlich
- Metabolisch
- Stoffwechselentgleisung (z.B. thyreotoxische Krise, diabetische Ketoazidose, Urämie)
- Elektrolytentgleisung (z.B. Hyponatriämie)
-
Allergien und Unverträglichkeiten
- Nahrungsmittelintoleranzen (z.B. Lactoseintoleranz, Zöliakie)
- Nahrungsmittelallergie
- Medikamentös-toxisch
- Intoxikationen (z.B. Alkoholintoxikation)
- Medikamenteninduzierte Diarrhö, z.B.
- NSAR-Kolitis
- Antibiotikaassoziierte Diarrhö
- Laxanzienabusus
- Funktionell
- Siehe auch: Ätiologie von Durchfallerkrankungen
- Siehe auch: Allgemeinmedizin kompakt: Akute Übelkeit und Erbrechen
AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Therapie
Für pädiatrische Inhalte siehe: Akute Gastroenteritis im Kindes- und Jugendalter
Basismaßnahmen
- Keine spezielle Diät, ggf. Schonkost
- Einhaltung von Hygienemaßnahmen, wenn möglich Isolation zur Vermeidung weiterer Ansteckungen
- Ggf. Meldepflicht beachten
- Ggf. Tätigkeitsverbot beachten: Bei Tätigkeit in lebensmittelverarbeitendem Gewerbe, in Gemeinschaftseinrichtungen bzw. bei Tätigkeiten mit vielfältigen Menschenkontakten
Da eine infektiöse Gastroenteritis meist selbstlimitierend verläuft, ist eine supportive Therapie oft ausreichend!
Rehydratation
Grundprinzipien
- Ausgleich von Volumen- und Elektrolytverlust
- Wenn möglich oral
- Evaluation entsprechend des Hydratationszustands (Vitalparameter, ggf. Bilanzierung, Gewichtskontrolle)
Orale Rehydratation
- Präparat: Orale Rehydratationslösung (ORS)
- Bestandteile: Glucose, Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Natriumcitrat
- Anwendung
- Auflösen in Wasser, Einnahme ggf. gekühlt und löffelweise
- Bei Hypovolämie schnelle Rehydratation: Bis zu 4 L ORS in 4 h
- Keine orale Rehydratation direkt nach dem Erbrechen, mind. 10 min warten
Intravenöse Rehydratation
- Indikationen für i.v. Rehydratation
- Schock
- Vigilanzminderung
- Schwere Azidose (pH <7,25 und/oder BE < -15 mmol/L) oder Elektrolytentgleisung (z.B. Hypo-/Hypernatriämie)
- >10% Gewichtsverlust
- Orale/nasogastrale Rehydratation nicht möglich (z.B. bei Aspirationsgefahr)
- Persistierendes Erbrechen >5×/d
- Ileus oder andere Passagestörung
- Durchführung
- Vor Infusionsbeginn: Labordiagnostik (Blutbild, Elektrolyte, BGA, Kreatinin, Blutzucker)
- Präparat: Vollelektrolytlösung
- Ggf. Zusatz von Kaliumchlorid-Lösung bei Hypokaliämie (siehe: Therapie der Hypokaliämie)
Symptomatische Therapie
- Antiemetika
- Indikation
- Nur in Einzelfällen anzuwenden, da hohe Nebenwirkungsrate
- Ggf. bei anhaltendem starken Erbrechen
- Wirkstoffe
- Metoclopramid (CAVE: motilitätssteigernd, extrapyramidale Nebenwirkungen!), bspw.
- p.o.
- i.v.
- Dimenhydrinat (CAVE: Überdosierungen vermeiden, starke sedierende Wirkung! ), bspw.
- Ondansetron (Off-Label Use, CAVE: QTc-Zeit-Verlängerung!)
- Metoclopramid (CAVE: motilitätssteigernd, extrapyramidale Nebenwirkungen!), bspw.
- Indikation
- Antidiarrhoika
- Indikation
- Kein routinemäßiger Einsatz
- Ggf. kurzfristiger Einsatz (<48 h) bei Erwachsenen ohne Fieber/Blut im Stuhl
- Bei Nachweis von Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Amöbiasis oder C. difficile: Eher keine Antidiarrhoika
- Wirkstoff: Loperamid
- Indikation
- Analgetika/Antipyretika: Bei Bedarf, bspw. Paracetamol
- Spasmolytika: Bei Bedarf, i.d.R Butylscopolamin
- Probiotika: Nicht empfohlen (schwache Evidenz)
Antibiotische Therapie
- Indikationen: Kein routinemäßiger Einsatz
- Bei Nachweis eines spezifischen Erregers (siehe: Bakterielle Durchfallerkrankungen)
- Empirische Therapie bei
- Schwerem Verlauf mit z.B. Sepsis, blutiger Diarrhö, hohem Fieber
- Funktionell relevanter Immunsuppression
- Wirkstoffe für eine empirische Therapie
- Azithromycin als Einmalgabeoder über 3 Tage
- Alternative: Aminopenicillin + Betalaktamase-Inhibitor i.v.
- Nicht empfohlen: Cephalosporine Gruppe 3a, Fluorchinolone, Metronidazol
Hinweise zum stationären Management
- Indikationen zur stationären Aufnahme
- Vorliegen von Red Flags bei Gastroenteritis
- Keine deutliche Verbesserung nach 1–2 L Infusion in der Notaufnahme
- Maßnahmen im stationären Verlauf
- Überwachung
- Regelmäßige Evaluation von klinischem Zustand, Vitalparametern, Volumenstatus, Urinproduktion
- Ggf. Laborkontrollen
- Hygienemaßnahmen: Isolation im Einzelzimmer bis zum Erregernachweis, dann Reevaluation; siehe auch
- Evaluation der Kontagiosität
- 48 h nach Ende der Symptomatik: Entisolierung möglich, Basishygiene ausreichend
- Negative Stuhlkulturen nicht notwendig
- Entlassung bei noch bestehender Kontagiosität: Vermerk im Entlassungsbrief (und ggf. im Pflegeüberleitungsbogen)
- Überwachung
Komplikationen
- Komplikationen der Dehydratation
- Akute Nierenfunktionseinschränkung
- Elektrolytstörung (Hypo-/Hypernatriämie, Hypokaliämie) und Störungen des Säure-Basen-Haushalts
- Orthostatische Hypotension bis Synkope
- Hypovolämischer Schock
- Phlebothrombose
- Komplikationen der Infektion
- Sepsis
- HUS (bei Shigellose oder EHEC-Infektion)
- Spezifische, extraintestinale Komplikationen bei bestimmten Erregern möglich (bspw. toxisches Megakolon bei Shigellose)
- Postinfektiöses Reizdarmsyndrom
Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Prognose
- Meist selbstlimitierender Verlauf
- Dauer der Symptomatik: I.d.R. wenige Tage bis 2 Wochen
- Komplikationsrate: Abhängig von Alter und Erreger
- Postinfektiöses Reizdarmsyndrom: Prävalenz durchschnittlich 10–15% [7]
Prävention
Maßnahmen zur Verhinderung einer Ausbreitung
In Gesundheitseinrichtungen
- Basishygienemaßnahmen
- Kontaktisolation
- Einzelunterbringung (alternativ Kohortenisolierung oder Barriereisolation)
- Persönliche Schutzausrüstung (Mundschutz, Handschuhe, Schutzkittel)
- Evaluation der Kontagiosität
- 48 h nach Ende der Symptomatik: Entisolierung möglich, Basishygiene ausreichend
- Negative Stuhlkulturen nicht notwendig
- Entlassung bei noch bestehender Kontagiosität: Vermerk im Entlassungsbrief (und ggf. Pflegeüberleitungsbogen)
Außerhalb von Gesundheitseinrichtungen
- Konsequente Händereinigung
- Wechsel benutzter Handtücher
- Kein Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen (Wiederzulassung frühestens 48 h nach dem letzten Erbrechen/Durchfall)
- Kein Besuch öffentlicher Schwimmbäder (Wiederzulassung frühestens 2 Wochen nach letztem Durchfall)
Tätigkeitsverbot
- Bei Tätigkeit in lebensmittelverarbeitendem Gewerbe, in Gemeinschaftseinrichtungen bzw. bei Tätigkeiten mit vielfältigen Menschenkontakten
Meldepflicht
- Arztmeldepflicht
- Nach § 6 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei
- Verdachts-, Krankheits- und Todesfällen von Cholera und Typhus/Paratyphus
- Verdachts-, Krankheits- und Todesfällen durch EHEC (nur bei HUS)
- Krankheits- und Todesfällen durch Clostridioides difficile (nur bei klinisch schwerem Verlauf)
- Verdachts-, Krankheitsfällen von mikrobiell bedingter Lebensmittelintoxikation oder akuter infektiöser Gastroenteritis, wenn
- Die betroffene Person in lebensmittelverarbeitendem Gewerbe oder in Gemeinschaftseinrichtungen tätig ist
- 2 oder mehr gleichartige Fälle auftreten, mit vermutetem oder wahrscheinlichem epidemischem Zusammenhang
- Nach IfSGMeldeVO (nur in Sachsen ): Zusätzlich namentliche Meldepflicht bei
- Krankheits- und Todesfällen von Shigella sp., Clostridioides difficile, Listeriose, Trichinella spiralis
- Nach § 6 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei
- Labormeldepflicht
- Nach § 7 IfSG: Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis von Salmonellen, Shigella sp., Vibrio spp., EHEC, Giardia lamblia, Norovirus, Rotavirus, Trichinella spiralis, humanpathogenen Cryptosporidium sp., darmpathogenen Campylobacter sp., darmpathogenen Yersinia spp., darmpathogenen E.-coli-Stämmen, Listeria monocytogenes (aus dem Stuhl, nur bei Ausbrüchen)
- Nach IfSGMeldeVO (nur in Sachsen ): Zusätzlich namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis von Astroviren, Adenoviren, Entamoeba histolytica, Enterovirus sp., CMV (bei Hinweisen auf eine akute Infektion)
- Nach ThürIfKrMVO (nur in Thüringen ): Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis von Entamoeba histolytica (auch ohne Nachweis einer akuten Infektion)
Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026
- A09.-: Sonstige und nicht näher bezeichnete Gastroenteritis und Kolitis infektiösen und nicht näher bezeichneten Ursprungs
- Exklusive: Durch Bakterien, Protozoen, Viren und sonstige näher bezeichnete Infektionserreger (A00-A08), Nicht-infektiöse Diarrhö (K52.9), Nicht-infektiöse Diarrhö beim Neugeborenen (P78.3)
- A09.0: Sonstige und nicht näher bezeichnete Gastroenteritis und Kolitis infektiösen Ursprungs
- Darmkatarrh
-
Diarrhö [Durchfall]
- Akut blutig
- Akut hämorrhagisch
- Akut wässrig
- Dysenterisch
- Epidemisch
-
Infektiös oder septisch
- Enteritis
- Hämorrhagisch
- O.n.A.
-
Gastroenteritis
- Hämorrhagisch
- O.n.A.
-
Kolitis
- Hämorrhagisch
- O.n.A.
- Enteritis
- Infektiöse (neonatale) Diarrhoe o.n.A.
- A09.9: Sonstige und nicht näher bezeichnete Gastroenteritis und Kolitis nicht näher bezeichneten Ursprungs
Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.