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Apparative Diagnostik in der Urologie

Last updated: 14.8.2019

Abstract

Die Urologie ist auf moderne Bildgebung angewiesen. Neben den grundlegenden ärztlichen Techniken sowohl der Anamnese als auch der körperlichen Untersuchung und verbreiteter Routinediagnostik wie Sonographie, Urin- und Blutuntersuchung kommen in der Urologie spezielle bildgebende Verfahren zum Einsatz. Vorteil der modernen Darstellungsmethoden ist, dass neben der morphologischen Darstellung auch Aussagen über die Funktionalität des Harntrakts getroffen werden können.

Sonographie

Uroflowmetrie

  • Ziel: Nicht-invasive Beurteilung von Miktionsdruck und Harnröhrenwiderstand anhand des Miktionsverlaufs
  • Indikationen
  • Durchführung: Der Patient uriniert in einen Trichter, dabei wird die Urinausscheidung pro Zeit aufgezeichnet und in eine Flusskurve eingetragen
  • Beurteilung: Erst ab einem Miktionsvolumen von 150ml sinnvoll bzw. möglich
    • Maximaler Harnfluss (Peak Flow) Qmax → normal: 15-50ml/s; bei Obstruktion: <10ml/s
    • Kurvenverlauf
      • Glockenförmiger Verlauf → Normalbefund
      • Glockenförmig, mit abgeflachter Kurve → Hinweis auf Obstruktion (am ehesten durch ein Prostataadenom)
      • Schneller Anstieg, dann Erreichen eines Plateaus → Hinweis auf Obstruktion (am ehesten durch eine Harnröhrenstriktur)
      • Unregelmäßig, undulierend, wellenförmig → Hinweis auf eine Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie
    • Miktionszeit → normal: <60s

Urethrozystometrie (Urodynamik / Zystometrie)

  • Methode zur Messung der Harnblasendrücke während des Miktionsvorgangs
  • Indikation
    • Unterscheidung von subvesikaler Obstruktion und neurogenen Harnblasenentleerungsstörungen
    • Bestimmung des Harnröhrenverschlussdrucks bei Inkontinenz
  • Messung über einen transurethralen und rektalen Druckmesskatheter sowie über ein EMG der Beckenbodenmuskulatur

Radionuklidnephrographie (Nierenszintigraphie)

  • Intravenöse Gabe von Technetium und Messung der Verteilung im Körper mittels Gamma-Kamera
  • Varianten
    • Statische Nierenszintigraphie
      • Indikation
        • Beurteilung der Nierenmorphologie: Lage, Form, Größe, Anomalien
        • Bestimmung der seitengetrennten Nierenfunktion
      • Substanz: DMSA-99m-Tc (99m-Tc-Dimercaptobernsteinsäure)
    • Dynamische Funktionsszintigraphie der Niere (Nierensequenzszintigraphie)
      • Indikation
      • Durchführung: Szintigraphische Bildgebung und Aktivitätsmessungen von der Injektion bis zum Ende der Untersuchung (bis zu 30 Minuten)
      • Substanz: MAG3-99m-Tc (Mercaptoacetyltriglycin)

Urethrozystographie (retrogrades Urethrogramm)

  • Darstellung der Harnröhre bis zur Harnblase durch retrograde Anfüllung mit Kontrastmittel
  • Indikation: Verdacht auf mechanische Läsionen wie Harnröhrenstrikturen, Verletzungen, Undichtigkeiten usw.

I.v. Urographie (Ausscheidungsurogramm, Ausscheidungsurographie, AUG)

  • Intravenöse Kontrastmittelgabe → anschließend Röntgenbilder des Abdomens zu verschiedenen Zeitpunkten
  • Indikation: Darstellung von Nierenausscheidung und Harnabflusswegen
  • Kontraindikationen

Miktionsurethrogramm (Miktionszystourethrogramm)

Quellen

  1. Urologie Online Lehrbuch. . Abgerufen am: 1. Januar 2012.