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Vigilanzminderung - AMBOSS-SOP

Letzte Aktualisierung: 29.12.2023

Grundlagentoggle arrow icon

Grundsätzlich dient das diagnostische Vorgehen in der Notfallsituation der schnellstmöglichen Zuordnung zu einer der Diagnosegruppen (I–III), die sich nach Therapieprinzipien und den dafür benötigten Ressourcen teils erheblich unterscheiden!

Das Leitsymptom Koma unklarer Ätiologie geht mit einer sehr hohen Letalität von bis zu 25% einher und kann durch viele verschiedene Pathologien ausgelöst werden. Diese können auch in Kombination vorkommen, werden dann aber i.d.R. nicht gleichzeitig entdeckt. Deshalb muss immer eine vollständige diagnostische Abklärung erfolgen und in der Zusammenschau bewertet werden!

Die notfallmäßige Abklärung des Leitsymptoms Koma unklarer Ätiologie muss ein sehr breites Spektrum zum Teil lebensbedrohlicher Erkrankungen berücksichtigen und sollte nicht von einer bestimmten oder augenscheinlichen Verdachtsdiagnose geleitet sein!

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1 - Basismaßnahmen (max. 15 min)toggle arrow icon

Die folgenden Maßnahmen erfolgen parallel innerhalb der ersten 15 min und idealerweise durch ein interdisziplinäres Team ! Die Vitalparameter eines wachheitsgestörten Patienten können sich schnell verschlechtern, sodass jederzeit ein Eingreifen nach dem cABCDE-Schema nötig werden kann!

Allgemeines

Basisdiagnostik

Klinisch-neurologische Befunderhebung

  • Einschränkungen
  • Durchführung: Zügig, syndromorientiert und mit Fokus auf die aussagekräftigsten Tests

Wichtigste Untersuchungen

Interpretation

Die klinisch-neurologische Untersuchung hat bei unklarer Bewusstseinsstörung leider eine eingeschränkte diagnostische Sensitivität und Spezifität. Sie sollte daher immer als einer von mehreren Bestandteilen einer multimodalen Notfalldiagnostik verstanden werden und darf insb. bei unauffälligen Befunden nicht dazu führen, dass vom weiteren Behandlungsschema abgewichen wird!

Internistische Befunderhebung

Das Erkennen von Ursachen quantitativer Bewusstseinsstörungen außerhalb des Gehirns stützt sich auf viele verschiedene klinische und paraklinische Parameter, insb. weil keine einzelne apparative Diagnostik existiert, um solche Ursachen frühzeitig auszuschließen. Es gilt, anhand klinisch-internistischer Information in Kombination mit Monitordaten, Blutgasanalyse , EKG und Röntgen schnellstmöglich Hinweise auf insb. respiratorische, metabolische, homöostatische, septische oder toxische Ursachen der Bewusstseinsstörung zu sammeln. Das Erkennen von Toxidromen aus den klinischen Parametern Pupillengröße, Körpertemperatur und Darmmotilität ist in diesem Kontext sehr bedeutsam.

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2 - Team-Time-out #1 (unmittelbar anschließend)toggle arrow icon

Abgleich und erste Bewertung der bisher erhobenen Befunde im Team!

  1. Liegt eine drohende oder manifeste Störung der Vitalfunktionen vor?
    • Wenn ja: Eingreifen nach dem cABCDE-Schema
    • Falls noch nicht erfolgt: Ist eine Intubation zum Aspirationsschutz nötig?
    • Ist die Aufrechterhaltung der akuten Intubationsbereitschaft (Rea-Team, Anästhesiologie) weiter nötig?
  2. Wurde bis hierhin eine die Wachheitsstörung erklärende Pathologie entdeckt, die unmittelbar therapiert werden muss?
  3. Intensivmedizinische Weiterversorgung frühzeitig organisieren!

Bei konvulsivem Status epilepticus Vorgehen ab hier gemäß: Status epilepticus - AMBOSS-SOP!

Bei meningitischem Syndrom Vorgehen ab hier gemäß: Meningitis - AMBOSS-SOP!

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3 - Notfall-CT (max. 15 min)toggle arrow icon

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4 - Team-Time-out #2 (unmittelbar anschließend)toggle arrow icon

Abgleich und Bewertung der radiologischen Befunde in Zusammenschau mit klinischen und paraklinischen Befunden, idealerweise zusammen vor Ort mit Radiologen!

  1. Liegt eine drohende oder manifeste Störung der Vitalfunktionen vor?
    • Wenn ja: Eingreifen nach dem cABCDE-Schema
    • Falls noch nicht erfolgt: Ist eine Intubation zum Aspirationsschutz nötig?
    • Ist die Aufrechterhaltung der akuten Intubationsbereitschaft (Rea-Team, Anästhesiologie) weiter nötig?
  2. Liegt eine akute Läsion wachheitserhaltender Strukturen oder eine akute epileptogene Läsion vor?
  3. Liegen wegweisende Befunde aus der evtl. erweiterten Bildgebung vor? Bspw.
  4. Liegt kein akuter radiologischer Befund vor?
    • Unmittelbare Verlegung auf Intensivstation und weiterführende Diagnostik

Es muss bei Vorliegen einer intrakraniellen Läsion immer geklärt werden, ob ihre Lokalisation die Bewusstseinsstörung tatsächlich neuroanatomisch plausibel erklären kann. Ansonsten muss unbedingt weiter nach einer anderen Ursache der Bewusstseinsstörung gesucht werden!

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5 - Weiterführende Diagnostik (auf Intensivstation)toggle arrow icon

An der Schnittstelle von Notfallmanagement und intensivstationärer Therapie ist die Akutdiagnostik in den meisten Fällen noch nicht abgeschlossen. Insb. die Liquoruntersuchung muss unbedingt als Notfalldiagnostik verstanden werden, kann aber erst nach erfolgter Bildgebung und nach Eintreffen der Gerinnungsparameter erfolgen. Für die intensivmedizinische Weiterbehandlung ist eine enge Kooperation mit neurologischen Konsiliarärzten oder Neuro-Intensivmedizinern angeraten!

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