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Wirbelsäulenverletzungen

Letzte Aktualisierung: 10.2.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Wirbelsäulenverletzungen umfassen sowohl Frakturen als auch ligamentäre Verletzungen der Wirbelsäule. Sie sind häufig traumatisch bedingt, können bei reduzierter Knochenqualität (insb. bei Osteoporose) jedoch auch spontan bzw. nach Bagatelltrauma auftreten. In den meisten Fällen besteht die Symptomatik primär in Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, aufgrund der Nähe zum Rückenmark und den Nervenwurzeln kann es jedoch auch zu sensiblen bzw. motorischen Defiziten bis hin zum kompletten Querschnittssyndrom kommen.

Zentrales Kriterium bei der Beurteilung und Klassifikation von Wirbelsäulenverletzungen ist die Stabilität der Verletzung. Pathomorphologische Grundlagen sind in diesem Zusammenhang das 3-Säulen-Modell nach Denis sowie das Modell nach Magerl. Stabile Wirbelsäulenverletzungen werden meist konservativ mit einem multimodalen Therapieansatz aus zeitnaher Physiotherapie und adäquater Schmerztherapie behandelt. Für instabile Frakturen und/oder Verletzungen mit neurologischer Symptomatik wird i.d.R. ein offenes operatives Vorgehen gewählt.

Osteoporotische Wirbelkörperfrakturen werden gesondert klassifiziert und bei atraumatischer Genese meist konservativ behandelt. Bei ausgeprägter Destruktion des Wirbelkörpers und/oder persistierenden Beschwerden ist jedoch eine operative Therapie indiziert, die typischerweise in einer minimalinvasiven Kyphoplastie besteht.

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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Häufigkeit: 12,6% aller Frakturen [1]
  • Inzidenz: Ca. 130/100.000 gemeldete Personen/Jahr [1][2][3]
    • Prozentuale Verteilung
    • Deutliche Zunahme im Zeitraum zwischen 2009 und 2019
  • Geschlechterverhältnis: Alters- und lokalisationsabhängig
  • Altersverteilung: Ältere Personen deutlich häufiger betroffen
  • Typische Lokalisation: Thorakolumbaler Übergang (Th11–L2) [5][6]

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

Ätiologie [6][7]

Die Osteoporose kann sowohl Ursache als auch Risikofaktor einer Wirbelsäulenverletzung sein!

Risikofaktoren [2][8][9]

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Klassifikationtoggle arrow icon

  • Beurteilung und Klassifikation von Wirbelsäulenverletzungen
    • Zentrales Kriterium: Stabilität der Verletzung?
    • Problem: Beurteilung häufig nicht eindeutig möglich
      • „Stabilität“ nicht einheitlich definiert
      • Fließender Übergang von „stabil“ zu „instabil“
  • Wichtigste Einflussfaktoren auf die Stabilität
    • Individuelle Knochenqualität
    • Grad der mechanischen Belastung
    • Vorliegen von Vorschädigungen
  • Pathomorphologische Grundlagen zur Beurteilung der Stabilität
    • 3-Säulen-Modell nach Denis [15]
      • Vergleichsweise einfach, jedoch keine Berücksichtigung von Verletzungsmechanismus, Grad der Zerstörung und neurologischem Status
      • Unterteilung der Wirbelsäule in 3 Abschnitte („Säulen“)
        • Stabile Fraktur bei isolierter Verletzung der ventralen Säule
        • Gesteigertes Instabilitätsrisiko bei isolierter Verletzung der mittleren Säule
        • Instabile Fraktur bei Verletzung von ≥2 Säulen
    • Modell nach Magerl [16]

Die Stabilität spielt bei der Beurteilung und Einteilung von Wirbelsäulenverletzungen eine zentrale Rolle – der Übergang von „stabil“ zu „instabil“ ist jedoch fließend und eine eindeutige Einteilung anhand der radiologischen Bildgebung nicht immer möglich!

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Halswirbelsäuletoggle arrow icon

Verletzungen des okzipitozervikalen Übergangs

Okzipitalkondylenfraktur

Klassifikation der Okzipitalkondylenfraktur nach Anderson und Montesano (1988) [17]
Typ Morphologische Beschreibung Stabilität
I
II
III

Atlantookzipitale Dislokation

Klassifikation der atlantookzipitalen Dislokation nach Traynelis (1986) [18][19]
Luxationsrichtung des Condylus occipitalis (in Bezug auf den Atlas)
I
  • Ventrale Verschiebung
II
  • Longitudinale Distraktion
III
  • Dorsale Verschiebung

Atlasfraktur (C1)

Klassifikation der Atlasfraktur nach Gehweiler (1980) [19][20]
Typ Morphologische Beschreibung Stabilität
I
II
III
  • Fraktur des vorderen und hinteren Atlasbogens
    • IIIA: Intaktes Lig. transversum atlantis
    • IIIB: Ruptur des Lig. transversum atlantis
  • Sog. Jefferson-Fraktur
  • Stabile (IIIA) oder instabile Fraktur (IIIB)
IV
  • Stabile oder instabile Fraktur (abhängig vom Frakturverlauf)
V

Axisfraktur (C2)

Basisfraktur des Axis (Hangman's Fracture)

Klassifikation der Basisfraktur des Axis nach Levine/Edwards (1985) [21]
Typ Morphologische Beschreibung Stabilität
I
II
IIA
III
  • Instabile und dislozierte Fraktur

Densfraktur

Klassifikation der Densfraktur nach Anderson und D'Alonzo (1974) [19]
Typ Morphologische Beschreibung Stabilität
I
II
  • Fraktur der Densbasis
  • Subtypisierung nach Frakturverlauf (Klassifikation nach Grauer)
    • Typ A: Horizontal
    • Typ B: Ventrokranial nach dorsokaudal
    • Typ C: Ventrokaudal nach dorsokranial
III

Verletzungen der subaxialen Halswirbelsäule (C3–C7)

AO-Klassifikation der subaxialen Halswirbelsäule [22]
Typ Morphologische Beschreibung
A (Kompressionsverletzung)
  • Axiale Kompression der anterioren Wirbelkörperelemente bei intaktem posterioren Bandapparat
  • A0–A2: Fraktur ohne Hinterkantenbeteiligung
    • A0: Fortsatzfraktur
    • A1: Vorderkantenfraktur („Wedge Compression“)
    • A2: Koronarer Spaltbruch („Pincer Fracture“)
  • A3–A4: Berstungsfraktur mit Hinterkantenbeteiligung
    • A3: Inkomplett
    • A4: Komplett
B (Distraktionsverletzung)
  • Distraktionsverletzung mit diskoligamentärem oder ossärem Versagen
    • B1: Transossäre Fraktur und Ruptur des dorsalen Ligamentenkomplexes („Chance Fracture“)
    • B2: Ruptur des dorsalen Ligamentenkomplexes plus ggf. ventrale Kompressionsfraktur
    • B3: Ruptur des ventralen Ligamentenkomplexes durch Hyperextensionsverletzung

C (Translationsverletzung)

  • Translationsverletzung in beliebiger Richtung mit Versagen der ventralen und dorsalen Zuggurtung
    • Keine Subtypen
    • Kombination mit Verletzung Typ A oder Typ B möglich
F (Facettengelenksverletzung)

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Brust- und Lendenwirbelsäuletoggle arrow icon

AO-Wirbelsäulen-Klassifikation

AO-Klassifikation der Brust- und Lendenwirbelsäule (2013) [23]
Typ Morphologische Beschreibung
A (Kompressionsverletzung)
  • Axiale Kompression der anterioren Wirbelkörperelemente bei intaktem posterioren Bandapparat
  • A0–A2: Fraktur ohne Hinterkantenbeteiligung
    • A0: Fortsatzfraktur
    • A1: Vorderkantenfraktur („Wedge Compression“)
    • A2: Koronarer Spaltbruch („Pincer Fracture“)
  • A3–A4: Berstungsfraktur mit Hinterkantenbeteiligung
    • A3: Inkomplett
    • A4: Komplett
B (Distraktionsverletzung)
  • Zuggurtungsverletzung mit diskoligamentärem oder ossärem Versagen
C (Translationsverletzung)
  • Translationsverletzung in beliebiger Richtung mit Versagen der ventralen und dorsalen Zuggurtung
    • Keine Subtypen
    • Kombination mit Verletzung Typ A oder Typ B möglich

Für die Klassifikation osteoporotischer Frakturen siehe: Klassifikation osteoporotischer Frakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule!

Sakrumfraktur

Sakrumlängsfraktur

Klassifikation der Sakrumlängsfraktur nach Denis (1988) [24][25]
Zone Morphologische Beschreibung
1
  • Fraktur lateral der Neuroforamina
2
3
  • Fraktur medial der Neuroforamina
    • Mit Querkomponente: H-, U-, T- und λ-Fraktur

Sakrumquerfraktur

Klassifikation der Sakrumquerfraktur nach Roy-Camille (1985) [26]
Typ Morphologische Beschreibung
1
  • Flexionsfraktur ohne horizontale Versetzung
  • Kraniales Fragment leicht nach ventral abgekippt
2
  • Flexionsfraktur mit partieller horizontaler Versetzung
  • Kraniales Fragment nach dorsal disloziert
  • Hyperkyphotische Deformation des Sakrums
3
  • Extensionsfraktur mit kompletter horizontaler Versetzung
  • Kraniales Fragments nach ventral disloziert
  • Kein Fragmentkontakt
4
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Symptomatiktoggle arrow icon

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Verlaufs- und Sonderformentoggle arrow icon

Atlasfraktur (C1) [20][31][32]

  • Epidemiologie: 2–13% der Halswirbelsäulenverletzungen
  • Ätiologie: Meist Sturz oder Hochrasanztrauma
  • Diagnostik: CT und MRT
  • Einteilung: Klassifikation nach Gehweiler
  • Therapie: Abhängig von der Stabilität der Verletzung
    • Typ-I-, -II- und -V-Fraktur: Meist konservative Behandlung
    • Typ-III- und -IV-Fraktur: Meist operative Therapie
  • Sonderform: Jefferson-Fraktur
    • Fraktur des vorderen und hinteren Atlasbogens
    • Ggf. Läsion des Lig. transversum atlantis

Axisfraktur (C2) [33][34][35]

Atlantookzipitale Dissoziation [38][39]

Atlantoaxiale Dissoziation [40][41][42]

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Präklinisches Managementtoggle arrow icon

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Vorgehen in der Notaufnahmetoggle arrow icon

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Diagnostiktoggle arrow icon

Anamnese

  • Beginn und Verlauf der Symptomatik
  • Bei Trauma Unfallhergang und -mechanismus
  • Risikofaktoren und therapierelevante Vorerkrankungen, insb.

Bei bewusstlosen bzw. bewusstseinsgetrübten Personen nach Trauma sollte bis zum Beweis des Gegenteils vom Vorliegen einer Wirbelsäulenverletzung ausgegangen werden!

Körperliche Untersuchung

Labordiagnostik

Bildgebende Diagnostik

Auswahl bildgebender Verfahren zur Diagnostik von Wirbelkörperfrakturen [47][48][49][50]
Verfahren Typische Indikationen Durchführung Mögliche Befunde Bemerkungen
Konventionelle Röntgenaufnahme
  • Ausgangsuntersuchung
  • Verlaufsbeurteilung
  • Wirbelsäulenabschnitt in 2 Ebenen (a.p. und seitlich)
  • Ggf. zusätzliche Aufnahmen bei entsprechendem Verletzungsmuster
  • Ggf. dynamische Röntgenuntersuchung bei spezieller Fragestellung
  • Nur bedingt zum Screening geeignet (niedrige Sensitivität)
  • Zug an den Armen nach kaudal kann die überlagerungsfreie Darstellung des 7. HWK verbessern
CT
MRT
  • Beurteilung von Weichgewebeverletzungen
  • Abklärung unklarer neurologischer Ausfälle nach Trauma
  • Differenzierung von akuten, subakuten oder älteren Frakturen
  • Differenzialdiagnostik bei pathologischer Fraktur
  • Abklärung bei V.a. Osteomyelitis
  • Grundlage der Klassifikation osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen
  • Zusätzliche Beurteilung der Knochenvitalität möglich
Skelettszintigrafie
  • Kombination mit CT oder MRT sinnvoll
  • Biologische Aktivität eines Prozesses
  • Differenzierung zwischen malignen und entzündlichen Prozessen nicht immer möglich

Zusätzliche bildgebende Diagnostik

Exkurs: Röntgendiagnostik [47][48][49][50][51]

Radiologische Zeichen einer instabilen Wirbelsäulenverletzung

Typische morphologische Befunde bei Wirbelkörperfraktur

  • Kombinationsfraktur der Vorder- und Hinterwand sowie Grund- und Deckplatte (Berstungsfraktur)
  • Fraktur der Vorderwand mit Sinterung (Keilwirbel)
  • (Bi)konkave Fraktur der Grund- und Deckplatten mit Sinterung (Fischwirbel)

Radiologische Merkmale pathologischer Frakturen der Wirbelsäule [52]

  • Nicht parallel zur Fraktur verlaufende Skleroselinie
  • Destruktion von kortikalem und spongiösem Knochen
  • Kein Vakuumphänomen (Aufhellung) des Bandscheibenfachs
  • Konvexe Vorwölbung der Wirbelkörperhinterwand
  • Beteiligung der Pedikel der Wirbelkörper
  • Nachweis einer paravertebralen Weichgewebeformation >10 mm
  • Persistierende Knochenmarkveränderungen über 3–6 Monate
  • Beurteilung des Destruktionsmusters
  • Periostreaktionen

Canadian C-Spine Rule und NEXUS-Kriterien

  • Entscheidungshilfen bei der Indikationsstellung zur
    • Durchführung einer radiologischen Diagnostik
    • Präklinischen Immobilisation der HWS
  • Ziel: Ausschluss einer klinisch relevanten HWS-Verletzung
  • Voraussetzung: Wache Personen mit stabilen Vitalparametern

Sowohl die Canadian C-Spine Rule als auch die NEXUS-Kriterien haben eine hohe Sensitivität und Spezifität in Bezug auf das Vorliegen einer klinisch relevanten Verletzung der HWS! Studien zum direkten Vergleich der beiden Protokolle weisen auf eine höhere diagnostische Genauigkeit der Canadian C-Spine Rule hin! [53][54]

Canadian C-Spine Rule (CCR) [55][56]

Canadian C-Spine Rule (CCR) zur HWS-Beurteilung nach Trauma
Frage Befund Bewertung
Inklusionskriterien vorhanden?
  • Nackenschmerzen durch einen Unfall oder
  • Keine Nackenschmerzen, aber
    • Sichtbare Verletzung oberhalb der Clavicula und
    • Nicht gehfähig und
    • Gefährlicher Unfallmechanismus*
  • Inklusionskriterien nicht vorhanden: Keine Beurteilung nach CCR möglich
  • Inklusionskriterien vorhanden → Ausschlusskriterien vorhanden?
Ausschlusskriterien vorhanden?
  • Alter <16 Jahre
  • GCS <15
  • Hochpathologische Vitalparameter
  • Unfallzeitpunkt >48 h zurückliegend
  • Penetrierende Verletzung
  • Akute Paralyse
  • Bekannte Wirbelsäulenerkrankung
  • Wiedervorstellung nach selbem Unfall
  • Schwangerschaft
  • Ausschlusskriterien vorhanden: Keine Beurteilung nach CCR möglich
  • Ausschlusskriterien nicht vorhanden → High-Risk-Faktoren vorhanden?
High-Risk-Faktoren vorhanden?
  • Alter ≥65 Jahre
  • Parästhesien der Extremitäten
  • Gefährlicher Unfallmechanismus*
  • ≥1 High-Risk-Faktor: Bildgebung erforderlich
  • Kein High-Risk-Faktor → Low-Risk-Faktoren vorhanden?
Low-Risk-Faktoren vorhanden?
  • Einfacher Auffahrunfall
  • Sitzende Position in der Ambulanz
  • Uneingeschränkte Gehfähigkeit nach dem Unfall
  • Verzögerter Beginn von Nackenschmerzen
  • Kein Druckschmerz über der HWS
  • Kein Low-Risk-Faktor: Bildgebung erforderlich
  • ≥1 Low-Risk-Faktor → Aktive HWS-Bewegung möglich?
Aktive HWS-Bewegung möglich?
  • Nur durchführen bei fehlenden High-Risk-Faktoren und mind. 1 Low-Risk-Faktor!
  • Vorsichtige aktive Drehung des Kopfes in beide Richtungen um 45°
  • Nicht möglich: Bildgebung erforderlich
  • Möglich: Schwere HWS-Verletzung unwahrscheinlich → Keine Bildgebung erforderlich
Legende

* Gefährliche Unfallmechanismen

  • Sturz aus ≥1 m Höhe bzw. über 5 Treppenstufen
  • Unfall mit axialer Gewalteinwirkung
  • Hochgeschwindigkeitsunfall (>100 km/h), Überschlag oder herausgeschleuderte Person
  • Unfall als Passagiere eines Wohnmobils
  • Zweiradunfall: Aufprall oder Kollision

NEXUS-Kriterien [44][57][58]

NEXUS-Kriterien zur HWS-Beurteilung nach Trauma
Kriterium Positiv bei
Schmerz
Intoxikation
Bewusstsein
Neurologie
Begleitverletzungen
  • Vorliegen einer relevanten Begleitverletzung , bspw.
    • Schweres Extremitätentrauma, Knochenfrakturen
    • Schweres thorakales oder abdominelles Trauma
    • Schnittverletzungen, Verbrennungen

Ist keines der NEXUS-Kriterien positiv, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit keine klinisch relevante Verletzung der HWS vor!

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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Differenzialdiagnosen bei Schmerzen der Wirbelsäule

Differenzialdiagnosen bei Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule können sehr vielfältig sein. Daher sollten auch mögliche Krankheitsbilder aus anderen Fachgebieten in Betracht gezogen werden (siehe auch: Red Flags bei Rückenschmerzen)!

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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HWS-Distorsiontoggle arrow icon

Allgemeines [59]

  • Definition
    • Flexion und Extension der HWS durch eine plötzliche Be- und/oder Entschleunigungsbewegung des Kopfes
    • Belastung von Muskulatur, Bandapparat und ggf. knöchernen Strukturen
    • Whiplash-associated Disorder (WAD): Klinische Manifestationen einer HWS-Distorsion
  • Epidemiologie: 300–600/100.000 Einwohner pro Jahr (in Europa und Nordamerika) [60]
  • Ätiologie

Symptome/Klinik [63]

  • Symptomverlauf: Oftmals schmerzfreies Intervall zu Beginn und Beschwerdemaximum nach ca. 1–3 Tagen
  • Häufig Kopf- und Nackenschmerzen, ggf. mit Ausstrahlung in Hinterkopf, Schultern oder Arme
  • Schmerzbedingte Fehlstellungen, Steifigkeitsgefühl, palpatorische Überempfindlichkeit und tastbare Verspannungen in der Schulter-Nacken-Region
  • Neurologische Symptome
  • Allgemeinsymptome wie Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Sehstörungen, Konzentrationsstörungen
  • Weitere mögliche Symptome: Dysphagie, Kiefergelenkschmerzen, Tinnitus

Klinische Klassifikation der HWS-Beschleunigungsverletzung in Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF, modifiziert nach Spitzer) [59][63]

  • Voraussetzung: Auftreten der Symptome innerhalb von 3 Tagen
  • Schweregradeinteilung
    • Schweregrad 0: Keine HWS-Beschwerden, keine objektivierbaren neurologischen Ausfälle
    • Schweregrad 1: HWS-Beschwerden in Form von Schmerzen, Steifigkeitsgefühl oder Überempfindlichkeit, keine objektivierbaren neurologischen Ausfälle
    • Schweregrad 2: HWS-Beschwerden wie bei Schweregrad 1, zusätzlich muskuloskelettale Befunde
    • Schweregrad 3: HWS-Beschwerden wie bei Schweregrad 1, zusätzlich neurologische Befunde
    • Schweregrad 4: HWS-Beschwerden wie bei Schweregrad 1, zusätzlich HWS-Fraktur oder -Dislokation

Diagnostik [59]

Therapie [59]

Bei HWS-Distorsion sollte keine langfristige Immobilisation erfolgen!

Komplikationen

  • Chronifizierung: Beschwerden >3 Monate
    • Epidemiologie: Je nach Studienlage ca. 40–80% [60]
    • Risikofaktoren
      • Starke initiale Schmerzen
      • Psychosoziale Faktoren
      • Höheres Alter, weibliches Geschlecht: Kontrovers diskutiert [65][66]
    • Therapie: Interdisziplinär, mit psychologischer Betreuung und ggf. Gabe von Antidepressiva
  • Psychische Komplikationen: Depression, Wut, Frustration, Angst, Medikamentenabhängigkeit [67]
  • Weitere Komplikationen, siehe auch: Wirbelsäulenverletzungen - Komplikationen

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Therapietoggle arrow icon

Therapieplanung [27][28][29][68]

Bei Verletzungen der HWS, die eine operative Versorgung erfordern, muss die Ruhigstellung der Wirbelsäule bis zur intraoperativen Lagerung aufrechterhalten werden!

Exkurs: Operative Verfahren (Auswahl)

Halo-Fixateur [69]

  • Komponenten
    • Ring mit Kopfstiften
    • Weste mit Brust- und Rückenplatte
    • Stäbe zur Verbindung von Ring und Weste
  • Typische Indikationen
    • Geschlossene Reposition und temporäre Retention instabiler HWS-Verletzungen bis zur endgültigen OP
    • Konservative Behandlung stabiler HWS-Verletzungen
  • Kontraindikationen
  • Vorgehen
    • Zu behandelne Person sitzend oder in Rückenlage
    • Einbringen der sog. Kopfstifte des Rings in die Lamina externa der Schädelkalotte
      • Durchführung typischerweise in Lokalanästhesie
      • Anlage des Ring parallel zur Bodenebene ca. 1 cm kranial der Augenbrauen
      • Sehr sorgfältige Positionierung der Stifte
    • Anlage und Verschluss der Weste
    • Montage der Verbindungsstäbe zur Fixierung der HWS in gewünschter Position
    • Röntgenkontrolle
  • Besonderheiten
    • Keine absolute Ruhigstellung der HWS möglich
    • Ausgeprägte Einschränkungen im Alltag durch das Fremdmaterial
  • Mögliche Komplikationen

Trotz des Einbringens von Fremdmaterial in die Schädelkalotte zählt der Halo-Fixateur zu den konservativen Therapieoptionen!

Diskektomie [70]

  • Definition: Operative Entfernung von (geschädigtem bzw. verlagertem) Bandscheibengewebe
  • Typische Indikationen
  • Vorgehen
    • Technik und Umfang des Eingriffs stark abhängig von der zugrundeliegenden Indikation
    • Bei Resektion des kompletten Bandscheibenfaches: Implantation einer Bandscheibenprothese oder Cages notwendig
  • Mögliche Komplikationen

Kyphoplastie [71]

Die Indikation zur Vertebroplastie bzw. Kyphoplastie sollte insb. bei pathologischer Fraktur interdisziplinär gestellt werden!

Spondylodese [72][73]

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Halswirbelsäuletoggle arrow icon

Score zur Therapieentscheidung

Subaxial Cervical AO Spine Injury Score (AO Spine SCICS) (2020) [74]
Komponenten Beschreibung Punkte
Frakturmorphologie Typ A A0 0
A1 1
A2 2
A3 4
A4 5
Typ B B1 5
B2 6
B3 6
Typ C 7
Facettengelenksverletzung Typ F F1 2
F2 4
F3 5
F4 7
Neurologischer Status N0: Kein neurologisches Defizit 0
N1: Temporäres neurologisches Defizit 1
N2: Persistierendes radikuläres Defizit 2
N3: Inkomplettes Querschnittssyndrom 4
N4: Komplettes Querschnittssyndrom 4
NX: Neurologischer Status nicht überprüfbar 3
Klinische Modifikatoren M1: Vermutete Verletzung des posterioren Bandapparats 2
M2: Bandscheibenvorfall mit Kompression nervaler Strukturen 4
M3: Versteifende/metabolische Knochenerkrankungen 4
M4: Vaskuläre Begleitverletzungen im Bereich der Wirbelsäule
Empfehlung: Noch ausstehend

Konservative Therapie [27][28]

Operative Therapie [27][28]

Unmittelbar nach Aufhebung der Ruhigstellung und Lagerung im OP-Saal sollte eine bildwandlergestützte Kontrolle der Verletzung zum Ausschluss einer lagerungsbedingten Dislokation erfolgen!

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Brust- und Lendenwirbelsäuletoggle arrow icon

Score zur Therapieentscheidung

Thoracolumbar AO Spine Injury Score (TL AOSIS) (2016) [75]
Komponenten Beschreibung Punkte
Frakturmorphologie Typ A A0 0
A1 1
A2 2
A3 3
A4 5
Typ B B1 5
B2 6
B3 7
Typ C 8
Neurologischer Status N0: Kein neurologisches Defizit 0
N1: Temporäres neurologisches Defizit 1
N2: Persistierendes radikuläres Defizit 2
N3: Inkomplettes Querschnittssyndrom oder Cauda-equina-Syndrom 4
N4: Komplettes Querschnittssyndrom 4
NX: Neurologischer Status nicht überprüfbar 3
Klinische Modifikatoren M1: Beurteilung des Zuggurtungsmechanismus nicht möglich 1
M2: Vorliegen therapierelevanter Komorbiditäten 0
Empfehlung: ≤3 Punkte: Konservative Therapie; 4–5 Punkte: Konservative oder operative Therapie; >5 Punkte: Operative Therapie

Konservative Therapie [29][72]

  • Typische Indikation: Stabile Kompressionsfraktur (A1–A2, ggf. A3)
    • Allgemeine Voraussetzungen
      • Kein neurologisches Defizit
      • Wirbelkörperhöhe <⅓ gemindert
      • Fehlstellung max. 20° in sagittaler und 15° in koronarer Ebene
    • Spezielle Voraussetzungen
      • A1-Fraktur: Grund-Deckplatten-Winkel <15–20°
      • A2-Fraktur: Minimale Dislokation bzw. rein sagittaler oder frontaler Spaltbruch
      • A3-Fraktur: Individuelle Indikationsstellung
  • Zeitpunkt: Unmittelbar nach definitiver Diagnosestellung
  • Vorgehen
    • Ruhephase so kurz wie möglich, währenddessen Thromboseprophylaxe
    • Frühfunktionelle Mobilisierung unter adäquater Schmerztherapie
      • Beginn meist nach ca. 1 Woche möglich
      • Ggf. begleitende Orthesenbehandlung
    • Regelmäßige klinische und radiologische Kontrollen bis zur Ausheilung der Fraktur
      • Mind. eine Kontrolle nach Mobilisierung sowie jeweils nach 1, 3 und 6 Wochen empfohlen
      • Röntgenkontrolle ausschließlich im Stehen durchführen

Eine konservative Therapie erfordert regelmäßige klinische und radiologische Kontrollen, sodass bei Bedarf rechtzeitig auf ein operatives Verfahren umgeschwenkt werden kann!

Operative Therapie [29][72]

  • Typische Indikationen
    • Alle Wirbelsäulenverletzungen mit persistierendem neurologischen Defizit
    • Instabile Kompressions- bzw. Distraktionsverletzung
    • Translationsverletzung
  • Zeitpunkt: Schnellstmögliche Versorgung anstreben (dringliche Operation), insb. bei
    • Progredientem neurologischen Defizit mit Spinalkanaleinengung
    • Offener Wirbelsäulenverletzung durch äußere Gewalteinwirkung
    • Ausgeprägter Dislokation bzw. hochgradiger Instabilität
  • Vorgehen: Technik und Umfang des Eingriffs stark abhängig von der zugrundeliegenden Indikation
    • Sowohl ventraler als auch dorsaler oder kombiniert ventro-dorsaler Zugang möglich
    • Bei segmentaler Instabilität: Ein- oder mehrsegmentale Spondylodese
    • Bei Kompression nervaler Strukturen: Dekompression
    • Bei Bandscheibenverletzung: Meist Diskektomie und Implantation eines Cages
    • Bei reduzierter Knochenqualität: Ggf. Augmentation mit Zement
Operative Strategien bei traumatischen Wirbelsäulenverletzungen [72]
Frakturmorphologie Typisches Vorgehen
  • Koronarer Spaltbruch (A2)
  • Inkomplette Berstungsfraktur (A3) ohne Bandscheibenverletzung
  • Komplette Berstungsfraktur (A4) ohne ventralen Defekt
  • B- und C-Verletzung ohne ventralen Defekt
  • Dorsale Stabilisierung
  • Isolierte inkomplette Berstungsfraktur (A3)
  • Ventrale Stabilisierung
  • Inkomplette Berstungsfraktur (A3) mit ausgeprägter Destruktion
  • Komplette Berstungsfraktur (A4) mit ventralem Defekt
  • B- und C-Verletzung mit ventralem Defekt
  • Dorso-ventrale Stabilisierung

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Osteoporotische Wirbelkörperfrakturtoggle arrow icon

Klassifikation

Klassifikation osteoporotischer Frakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule (OF-Klassifikation) (2018) [76]
Typ Morphologische Beschreibung
OF 1
OF 2
  • Deformation einer Endplatte
  • Keine bzw. nur geringe Beteiligung der Hinterkante (<1/5)
OF 3
  • Deformation einer Endplatte
  • Beteiligung der Hinterkante (≥1/5)
OF 4
  • Beteiligung beider Endplatten und der Hinterkante
OF 5

Therapie

Score zur Therapieentscheidung

Klassifikationsbasierter Score osteoporotischer Frakturen (OF-Score) (2018) [77]
Komponenten Schweregrad Punkte
Frakturmorphologie
  • OF 1
  • 2
  • OF 2
  • 4
  • OF 3
  • 6
  • OF 4
  • 8
  • OF 5
  • 10
Knochendichte
  • 1
Nachsinterung
  • Ja
  • 1
  • Nein
  • -1
Schmerzen
  • 1
  • -1
Frakturbedingtes neurologisches Defizit
  • Ja
  • 2
Mobilisationsfähigkeit
  • Ja
  • -1
  • Nein
  • 1
Allgemeinzustand
  • ASA >3
  • Demenz
  • BMI <20 kg/m2
  • Pflegefall
  • Medikamentöse Gerinnungshemmung
  • Jeweils -1 (max. -2)
Empfehlung: ≤5 Punkte: Konservative Therapie; 6 Punkte: Konservative oder operative Therapie; >6 Punkte: Operative Therapie

Konservative Therapie [2][78][79]

  • Typische Indikation: Stabile Wirbelkörperfraktur ohne neurologisches Defizit
    • Voraussetzungen
      • Ausschluss einer traumatischen Fraktur bei Osteoporose
      • Berücksichtigung individueller Faktoren
  • Zeitpunkt: Unmittelbar nach definitiver Diagnosestellung
  • Vorgehen
    • Ruhephase so kurz wie möglich, parallel Therapie der Osteoporose und Sturzprophylaxe
    • Frühfunktionelle Mobilisierung unter adäquater Schmerztherapie
      • Physiotherapeutische Maßnahmen
      • Ggf. Orthesenbehandlung
    • Regelmäßige klinische und radiologische Kontrollen bis zur Ausheilung der Fraktur
      • Mind. eine Kontrolle nach Mobilisierung sowie jeweils nach 1, 3 und 6 Wochen empfohlen
      • Röntgenkontrolle ausschließlich im Stehen durchführen
    • Thromboseprophylaxe bis zur Vollmobilisierung

Ein Großteil der osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen kann konservativ behandelt werden!

Operative Therapie [78][79]

  • Typische Indikationen
    • Instabile Wirbelkörperfraktur
    • Persistierendes neurologisches Defizit
    • Gefahr der Kompression neurologischer Strukturen
    • Starke bzw. therapieresistente Schmerzen
  • Zeitpunkt
    • Dringliche Indikation bei neurologischem Defizit mit Spinalkanaleinengung
    • Bei erfolgloser konservativer Therapie
  • Vorgehen: Abhängig von Frakturmorphologie

Grundlage jeder therapeutischen Entscheidung in diesem Kontext ist die Differenzierung einer osteoporotischen Insuffizienzfraktur von einer traumatischen Fraktur bei gleichzeitig vorhandener Osteoporose!

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Kindliche Wirbelsäulenverletzungentoggle arrow icon

Epidemiologie [6][80][81]

  • Häufigkeit: 1,8% der dokumentierten Frakturen
  • Inzidenz: Ca. 7/100.000 Kinder und Jugendliche/Jahr
  • Geschlechterverhältnis: >
  • Altersgipfel: 12,8 ± 6,2
  • Typische Lokalisation
    • Frakturen: Altersabhängig
      • <5 Jahre: BWS (insb. Th8)
      • 5–10 Jahre: Thorakolumbaler Übergang
      • >10 Jahre: LWS
    • Ligamentäre Verletzungen ohne Fraktur: HWS (insb, obere HWS)

Ätiologie [6][81]

Kindliche Wirbelsäulenverletzungen sind i.d.R. traumatisch bedingt und treten zu ca. 30% im Rahmen eines Polytraumas auf!

Klassifikation [83][84]

Diagnostik [84]

Therapie [6][83][84]

  • Therapeutisches Vorgehen: Häufig konservative Therapie möglich
  • Typische Indikationen für eine operative Therapie
    • Instabile Verletzungen
    • Persistierendes neurologisches Defizit
    • Überschreiten des alters- und lokalisationsabhängigen Korrekturpotenzials
      • Reduzierte Korrekturfähigkeit ab Risser-Stadium III
      • Bei konservativer Therapie Ausbildung sekundärer Fehlstellung möglich

Ein Großteil der kindlichen Wirbelkörperfrakturen kann nach Ausschluss einer Instabilität konservativ behandelt werden! [6]

Die operative Therapie kindlicher Wirbelsäulenverletzungen sollte ausschließlich in spezialisierten Zentren durchgeführt werden!

Exkurs: Besonderheiten der kindlichen Wirbelsäule [84][85]

  • Physiologische Keilform von Wirbelkörpern
  • Segmentale Hypermobilität (insb. zwischen C2 und C3)
  • Zunehmende Stabilität der Facettengelenke mit dem Alter
  • C2/C3 als Hauptbewegungssegment der HWS
  • Hohe Flexibilität der Wirbelsäule im Vergleich zum Myelon
  • Hohes Remodellierungspotenzial der alters- und lokalisationsabhängigen Ossifikationszentren
Ossifikationszentren der kindlichen Wirbelsäule
Lokalisation Anzahl Fusionszeitpunkt
Atlas 3 Ca. 7. Lebensjahr
Axis 4 3.–6. Lebensjahr

Kaudal von C3

3 5.–6. Lebensjahr

Mit ca. 12 Jahren entspricht die kindliche Wirbelsäule strukturell und biomechanisch der eines Erwachsenen!

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Komplikationentoggle arrow icon

Allgemeine Komplikationen

Operative Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Rehabilitationtoggle arrow icon

  • Durchführung: Ambulante oder stationäre Anschlussheilbehandlung (AHB)
  • Zeitpunkt
    • Beginn so früh wie möglich [86]
    • Zur Fortführung der Therapie nach Akutbehandlung und Nachsorge: Einbindung des Sozialdienstes bzw. Reha-Managements der Kostenträger
  • Indikationen für eine ambulante AHB
    • Nähe zum Wohnort
    • Häusliche Versorgung gesichert
    • Ausreichende Mobilität erhalten
  • Indikationen für eine stationäre AHB
    • Multimorbidität bzw. Immobilität
    • Ausgeprägte neurologische und/oder (Schmerz‑)Symptomatik
    • Hohes Alter
  • Ziele: Besserung der funktionalen Gesundheit und Wiederherstellung der ursprünglichen Teilhabefähigkeiten
    • Schmerz- und Ödemreduktion
    • Stabilisierung der Wirbelsäule und Wiederherstellung einer physiologischen Haltung und Beweglichkeit
    • Selbstständige Lebensführung im Alltag
    • Berufliche und soziale Integration
  • Therapiemaßnahmen
    • Schmerztherapie als multimodales Konzept
    • Physiotherapie
    • Sporttherapie
    • Physikalische Therapie (bspw. Massage, Thermotherapie)
    • Patientenedukation (Gesundheitsbildung, Aufklärung und Information)
    • Ggf. Orthesen
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Meditrickstoggle arrow icon

In Kooperation mit Meditricks bieten wir durchdachte Merkhilfen an, mit denen du dir relevante Fakten optimal einprägen kannst. Dabei handelt es sich um animierte Videos und Erkundungsbilder, die auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend sind. Die Inhalte liegen meist in Lang- und Kurzfassung vor, enthalten Basis- sowie Expertenwissen und teilweise auch ein Quiz sowie eine Kurzwiederholung. Eine Übersicht aller Inhalte findest du im Kapitel „Meditricks“. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – für genauere Informationen empfehlen wir einen Besuch im Shop.

Wirbelkörperfrakturen

Inhaltliches Feedback zu den Meditricks-Videos bitte über den zugehörigen Feedback-Button einreichen (dieser erscheint beim Öffnen der Meditricks).

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2025toggle arrow icon

S12.–: Fraktur im Bereich des Halses

S22.-: Fraktur der Rippe(n), des Sternums und der Brustwirbelsäule

S32.-: Fraktur der Lendenwirbelsäule und des Beckens

M48.-: Sonstige Spondylopathien [Schlüsselnummer der Lokalisation siehe am Anfang der Krankheitsgruppe M40–M54]

  • M48.4-: Ermüdungsbruch eines Wirbels [0–9]
  • M48.5-: Wirbelkörperkompression, anderenorts nicht klassifiziert [0–9]
    • Keilwirbel o.n.A. W
    • Wirbelkörperkompression o.n.A.
  • Exklusive: Akute Verletzung – siehe Verletzung der Wirbelsäule nach Körperregion Wirbelkörperkompression bei Osteoporose (M80.‑)

M49.-*: Spondylopathien bei anderenorts klassifizierten Krankheiten [Schlüsselnummer der Lokalisation siehe am Anfang der Krankheitsgruppe M40–M54]

  • M49.5-: Wirbelkörperkompression bei anderenorts klassifizierten Krankheiten [0–9]

Lokalisation der Muskel-Skelett-Beteiligung

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2025, BfArM.

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